GEO / KI-Suche

GEO-Agentur oder GEO-Beratung? Was du wirklich einkaufst, und woran du gute Arbeit erkennst

Generative Engine Optimization (GEO) wird von Agenturen, Beratungen und Freiberuflern angeboten, oft mit denselben Versprechen. Die Wahl hängt weniger am Etikett als an drei Fragen: Wer arbeitet an deinem Projekt, wer setzt um, und wie wird gemessen? Dieser Artikel vergleicht die Modelle fair, zeigt die Bausteine einer seriösen GEO-Leistung und gibt dir sieben Fragen fürs Erstgespräch.

Hasan Kalkan Informatiker, SEO seit 2012 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • 01GEO ist größtenteils SEO: Google nennt für KI-Übersichten keine zusätzlichen Anforderungen. Neu sind Messung, Quellenarbeit, Regeln für KI-Crawler.
  • 02Agentur, wenn du Umsetzungskapazität brauchst. Beratung, wenn dein Team oder deine Agentur umsetzt und du Richtung und Kontrolle willst.
  • 03Prüfe jedes Angebot an drei Punkten: Wer arbeitet daran, wie wird gemessen, wem gehören danach die Daten.

Wer nach einer GEO-Agentur sucht, findet Agentur-Seiten, Bestenlisten und Vergleichsartikel, die sich gegenseitig zitieren. Was in den Angeboten fehlt, ist meist die Antwort auf eine einfache Frage: Was genau bekommst du für dein Geld, und was davon ist neu?

GEO: Was hinter dem Begriff steckt

Der Begriff Generative Engine Optimization stammt aus einer Forschungsarbeit von 2023, angenommen auf der KDD 2024. Die Autoren melden bis zu 40 Prozent mehr Sichtbarkeit in generierten Antworten, gemessen auf ihrem eigenen Benchmark. Für Live-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Googles KI-Modus ist diese Zahl kein Beleg.

Für Google ist die Lage eindeutig. In der Dokumentation zu KI-Funktionen in der Suche steht, dass es keine zusätzlichen Anforderungen gibt, um in KI-Übersichten oder im KI-Modus zu erscheinen; die bewährten SEO-Grundlagen gelten weiter, weil diese Funktionen auf denselben Ranking- und Qualitätssystemen beruhen. Eine GEO-Leistung, die das verschweigt, verkauft dir alte Arbeit mit neuem Etikett. Mehr dazu im Artikel GEO vs. SEO.

Agentur, Beratung, Inhouse: drei Modelle im Vergleich

Keins der drei Modelle ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, was bei dir fehlt: Kapazität, Richtung oder Zeit.

ModellWer arbeitet daranStärkeGrenzePasst, wenn
GEO-Agentur Ein Team: Projektleitung oder Account-Management als Kontakt, dahinter Fachleute für Technik, Inhalte und oft Digital-PR. Kapazität. Wenn viele Seiten neu geschrieben, Profile gepflegt und Pressearbeit betrieben werden sollen, verteilt eine Agentur die Arbeit auf mehrere Hände. Wer die Analyse macht und wer mit dir spricht, sind oft verschiedene Personen. Technische Befunde laufen dann über eine Zwischenstation. Großer Umsetzungsbedarf, kein eigenes Content- oder Entwicklerteam, mehrere Kanäle aus einer Hand.
GEO-Beratung Eine erfahrene Person, die analysiert, priorisiert und mit deinem Team oder deiner Agentur umsetzt. Tiefe und kurze Wege. Wer die Daten auswertet, formuliert auch die Tickets und nimmt die Umsetzung ab. Begrenzte eigene Umsetzungskapazität. Texte in großer Zahl oder laufende Pressearbeit liefert eine Beratung nicht nebenbei. Du hast Leute, die umsetzen können (intern oder Agentur), und brauchst Richtung, Priorität und Kontrolle.
Inhouse Eigene SEO- oder Content-Verantwortliche, die GEO zusätzlich übernehmen. Kennt Produkt, Kunden und Systeme. Kein Abstimmungsaufwand nach außen. Die Messung über mehrere KI-Systeme und der Abgleich mit der Search Console kosten Zeit und Werkzeug, die im Tagesgeschäft fehlen. Ein eingespieltes Team, das punktuell eine zweite Meinung oder ein Messverfahren braucht.

Die vier Bausteine einer seriösen GEO-Leistung

Unabhängig vom Etikett sollte ein Angebot diese vier Bausteine benennen. Fehlt einer, fehlt ein Teil des Ergebnisses.

01

Zugang und Technik

Crawlbarkeit, Rendering, Indexierung und die Regeln für KI-Crawler in der robots.txt (zum Beispiel OAI-SearchBot für die ChatGPT-Suche). Was ein System nicht abrufen darf oder nicht lesen kann, zitiert es nicht.

02

Zitierfähige Inhalte

Seiten, die eine Kundenfrage in einem klaren Absatz beantworten, mit Zahlen, Bedingungen und Belegen. Spezifikationen und Preise als Text, nicht als Bild.

03

Entität und Quellen

Name, Leistungen, Standort und Belege überall gleich: Website, strukturierte Daten, Unternehmensprofil, Verzeichnisse und Fachportale, aus denen KI-Systeme antworten.

04

Messung

Ein fester Fragenkatalog, regelmäßig gegen ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Modus gestellt, ausgewertet als Erwähnungsrate. Dazu die Impressionen aus Googles KI-Funktionen in der Search Console.

Der vierte Baustein ist der, an dem sich Anbieter am deutlichsten unterscheiden. Eine einzelne Frage an ChatGPT ist eine Anekdote. Belastbar wird es erst mit einem festen Katalog von Kundenfragen, jede mehrfach gestellt, über mehrere Systeme und Monate. Wie das geht, steht im Artikel KI-Sichtbarkeit messen.

Sieben Fragen fürs Erstgespräch

Die Antworten verraten mehr als jede Referenzliste, und sie funktionieren bei Agenturen genauso wie bei Beratungen.

FrageGute AntwortWarnsignal
Wer arbeitet konkret an meinem Projekt? Namen und Rollen, auch wer die Analyse macht und wer die Tickets schreibt. „Unser Team“ ohne Namen, Kontakt nur über das Account-Management.
Was davon ist klassisches SEO? Eine ehrliche Aufteilung: Technik, Inhalte, Markup sind SEO, neu sind Messung, Quellenarbeit und Regeln für KI-Crawler. „GEO ist etwas völlig anderes als SEO.“
Wie messt ihr den Erfolg? Fragenkatalog, Wiederholungen je Frage, Systeme, Rhythmus; dazu die Search Console. „Platz 1 in ChatGPT“ oder ein Sichtbarkeitsindex ohne Methode.
Garantiert ihr Nennungen? Nein. Zugesagt werden Arbeit, Messung und Nachvollziehbarkeit. Garantie auf Erwähnungen in einer bestimmten Zeit.
Kauft ihr Erwähnungen oder Links? Nein. Erwähnungen entstehen über echte Einträge, Fachbeiträge und Belege. Pakete mit Gastbeiträgen oder „KI-Erwähnungen“ zum Stückpreis.
Was erwartet ihr von uns? Konkret: wer Texte freigibt, wer Tickets umsetzt, wie viel Zeit das bei euch kostet. „Ihr müsst gar nichts tun.“
Was gehört uns nach Vertragsende? Fragenkatalog, Messwerte, Berichte und Tickets bleiben bei dir. Daten nur im Dashboard des Anbieters, Export auf Nachfrage.

Kostenmodelle: wofür du bezahlst

Agenturen rechnen GEO meist als Monatsbudget ab, in dem Analyse, Texte und Pflege zusammen stecken. Beratungen arbeiten mit Audits zum Festpreis, Tagessätzen oder einem kleineren Monatsbetrag für Messung und Sparring. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn du sie in dieselben vier Bausteine zerlegst: Was kostet die Messung, was die Analyse, was die Umsetzung?

Zur Einordnung meine eigenen Preise, netto: die KI-Erstmessung für 99 € (wird bei Buchung einer Stufe angerechnet), das Monitoring ab 69 € im Monat, das Kompakt-Audit für 750 €, das SEO-Audit ab 3.000 € und laufende Betreuung ab ab 750 € im Monat. Alle Pakete stehen auf der Preisseite.

Agentur-Modell

  • Mehrere Ansprechpartner

    Projektleitung, Technik, Text, PR. Gut, wenn viel parallel passieren muss.

  • Umsetzung inklusive

    Texte und Pflege kommen aus dem Haus, das Monatsbudget deckt sie mit ab.

  • Werkzeuge per Lizenz

    Messung über eingekaufte Dashboards, Methode im Detail oft nicht einsehbar.

Senior + System

  • Ein Ansprechpartner, durchgehend Senior

    Wer die Daten auswertet, schreibt die Tickets und nimmt die Umsetzung ab.

  • Umsetzung bei dir oder deiner Agentur

    Die Tickets landen in deinem System, im Wortlaut deines Teams.

  • Eigene Messung, offene Methode

    Fragenkatalog, Wiederholungen und Quellen liegen offen, die Daten gehören dir.

Wann eine Agentur die bessere Wahl ist

Wenn bei dir niemand Texte schreibt, Profile pflegt oder Tickets umsetzt, hilft dir die beste Analyse wenig. Dann ist eine Agentur mit eigener Content- und PR-Abteilung der ehrlichere Weg. Eine Beratung kann in diesem Fall trotzdem sinnvoll sein: als unabhängige Abnahme, die prüft, ob das Umgesetzte dem Befund entspricht. Ich übernehme diese Rolle auch neben bestehenden Agenturen.

Wie lesbar ist deine Website für KI-Systeme?

Ein Abruf, zehn Prüfpunkte, ein Score — in Sekunden, direkt hier.

War diese Seite hilfreich?

Kurz beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen einer GEO-Agentur und einer GEO-Beratung?

Eine Agentur bringt ein Team mit, das auch umsetzt: Texte, Profile, oft Digital-PR. Eine Beratung analysiert, priorisiert und begleitet die Umsetzung durch dein Team oder deine bestehende Agentur. Die fachliche Grundlage ist dieselbe, der Unterschied liegt in Kapazität, Ansprechpartner und Kostenstruktur.

Brauche ich für GEO überhaupt einen eigenen Dienstleister?

Nicht zwingend. Google schreibt, dass es für KI-Übersichten und den KI-Modus keine zusätzlichen Anforderungen gibt; die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung gelten weiter. Wer gutes SEO hat, braucht vor allem eine verlässliche Messung über ChatGPT, Perplexity und Google und eine Liste der Quellen, aus denen diese Systeme antworten.

Was kostet GEO?

Das hängt vom Modell ab: Agenturen rechnen meist mit Monatsbudgets, Beratungen mit Audits und Tagessätzen oder Festpreisen. Bei mir beginnt der Einstieg mit der KI-Erstmessung für 99 € netto oder dem Kompakt-Audit für 750 € netto; laufend gibt es das KI-Sichtbarkeits-Monitoring ab 69 € im Monat und den SEO-Monitor für 250 € im Monat.

Kann eine GEO-Agentur garantieren, dass ChatGPT mich nennt?

Nein. Antworten von Sprachmodellen schwanken je nach Formulierung, Zeitpunkt und Modell. Seriös messbar ist eine Erwähnungsrate über viele Fragen hinweg, jede mehrfach gestellt. Eine Garantie auf Nennungen ist ein Warnsignal.

Woher kommt der Begriff GEO?

Aus einer Forschungsarbeit von 2023 (arXiv 2311.09735, angenommen auf der KDD 2024). Die Autoren melden bis zu 40 Prozent mehr Sichtbarkeit in generierten Antworten, gemessen auf ihrem eigenen Benchmark GEO-bench, nicht in den Live-Systemen von Google oder OpenAI.

Willst du wissen, wo du in KI-Antworten heute stehst?

Ich schaue mir deine Domain vorab an: Zugang für KI-Crawler, zitierfähige Inhalte, Quellen. Im Erstgespräch sage ich dir, ob du eine Agentur, eine Beratung oder nur eine Messung brauchst.

Erstgespräch anfragen