Die häufigste Frage nach einem GEO-Gespräch ist nicht „Was müssen wir tun?“, sondern „Woran merken wir, ob es wirkt?“. Berechtigt — denn die vertrauten Kennzahlen greifen nicht. Es gibt keine Position, keinen Suchvolumen-Wert, keinen zuverlässigen Referrer. Was es gibt, ist eine Messung, die jeder mit einer Tabelle beginnen kann.
Die Kennzahl heißt Erwähnungsrate: der Anteil einer festen Fragenliste, in dem deine Website oder Marke in der Antwort vorkommt — als Quelle oder als Empfehlung. Sie ist keine Erfindung für den Zweck, sondern die einzige Größe, die sich bei nichtdeterministischen Antworten überhaupt sinnvoll über Zeit vergleichen lässt.
Was zählt — und was nur so aussieht
| Kennzahl | Warum sie nicht taugt | Was stattdessen zählt |
|---|---|---|
| Position 3 in ChatGPT | Gibt es nicht. Antworten sind Text, keine Liste; die Reihenfolge wechselt je Gespräch. | Erwähnungsrate: Anteil der Fragen, in denen du genannt wirst. |
| Traffic aus ChatGPT | Nur ein Teil der Nutzer klickt, und der Referrer fehlt oft. Unterschätzt den Effekt. | Erwähnungen als Empfehlung — sie wirken auch ohne Klick, beim nächsten Google-Suchlauf oder direkt im Shop. |
| Ein Tool-Score | Verdichtet verschiedene Systeme und Fragen zu einer Zahl, die nichts erklärt. | Eine Tabelle je Frage, System und Woche — daraus lässt sich handeln. |
| Sichtbarkeit für den Firmennamen | Für den eigenen Namen wird jeder genannt. Das misst nichts. | Sichtbarkeit für Kundenfragen, in denen der Name nicht vorkommt. |
Der Messkreis in sechs Schritten
Fragenliste bauen, nicht Keyword-Liste
20 bis 50 Fragen, wie Kunden sie wirklich stellen — mit Kaufabsicht. „Welches Gravelbike unter 2.000 Euro hat Gepäckträgerösen?“ statt „gravelbike“. Quellen: Kundenservice, Search Console, Bewertungen, Vertrieb.
Systeme festlegen
ChatGPT-Suche, Perplexity, Google AI-Modus und KI-Übersichten, Gemini — je nachdem, wo deine Kunden fragen. Für B2B reicht oft ChatGPT plus Google; für Shops kommt Perplexity dazu.
Regelmäßig abfragen, ohne Konto
Dieselben Fragen, derselbe Rhythmus, keine eingeloggte Sitzung mit Verlauf. Personalisierung verfälscht sonst, was ein neuer Kunde sehen würde.
Erwähnungen zählen, Quellen notieren
Je Frage: Wirst du genannt? Als Empfehlung oder nur als Quelle? Welche Wettbewerber werden genannt? Welche Seiten werden zitiert? Das ist die Tabelle, aus der alles Weitere folgt.
Erwähnungsrate über Zeit lesen
Genannt in 12 von 40 Fragen ist eine Erwähnungsrate von 30 Prozent. Die Zahl eines Tages ist Rauschen, der Trend über acht Wochen ist die Kennzahl.
Lücken in Maßnahmen übersetzen
Fragen ohne Erwähnung sind die Arbeitsliste: fehlt die Antwortpassage, fehlt die Entität, fehlt der Bot-Zugang, fehlen Erwähnungen anderswo? Der KI-Check zeigt die technischen drei in Sekunden.
Rechne es einmal durch
Die Tabelle ist schnell gebaut. Trag ein, was du bei einer ersten Runde zählst — dann siehst du, wie die Kennzahl aussieht und wie stark eine einzelne Erwähnung sie bewegt.
Deine Erwähnungsrate
22,5 %
Wettbewerber
45 %
Eine Erwähnung mehr bewegt deine Rate um 2,5 Punkte — deshalb der Trend über Wochen, nicht der Tageswert.
Woran die Messung scheitert
- Eingeloggt gemessen. Ein Konto mit Verlauf bekommt andere Antworten als ein neuer Kunde. Immer ohne Verlauf, am besten in einem frischen Profil.
- Fragen mit Firmenname. „Ist EverGrow gut?“ misst nichts. Die Fragen müssen so klingen, als kenne der Fragende dich noch nicht.
- Nur ein System. ChatGPT und Google AI-Modus greifen auf verschiedene Indizes zu. Wer nur eins misst, sieht nur die Hälfte.
- Tageswerte vergleichen. Montag 30 Prozent, Dienstag 25 Prozent — das ist kein Verlust, das ist Streuung. Erst vier gleichgerichtete Wochen sind ein Trend.
Kurzfassung: Feste Fragenliste mit Kaufabsicht, dieselben Systeme im selben Rhythmus, ohne Konto. Je Frage zählen: genannt, als was, wer sonst, welche Seite. Erwähnungsrate als Trend lesen, Lücken je Frage in Maßnahmen übersetzen — Bot-Zugang, Entität, Antwortpassage, Erwähnungen anderswo. Der KI-Check prüft die technischen drei davon in Sekunden.