Ein Produkttext hat drei Adressaten, und sie wollen unterschiedliche Dinge. Der Kunde will wissen, ob das Produkt zu ihm passt. Der Produktfeed will reine Daten in einem bestimmten Format. Und Suchmaschinen wie KI-Systeme wollen Angaben, die sie einem Feld zuordnen können. Wer nur für den ersten schreibt, verliert die beiden anderen.
Deshalb beginnt dieser Artikel nicht mit Formulierungstipps, sondern mit dem Datensatz. Alles Weitere folgt daraus: Aufbau, Länge, der Umgang mit KI, Varianten, Markup und die Frage, was passiert, wenn es nicht fünf Artikel sind, sondern fünftausend.
Ein Text, zwei Fassungen: Produktseite und Feed
Auf deiner Produktseite darfst du gestalten. Im Feed-Attribut description gilt anderes: Google nennt dort als Format reinen Text und als Grenze 5.000 Zeichen. Unerwünscht sind laut derselben Hilfeseite Vergleiche mit anderen Produkten, Verweise auf Kategorisierungssysteme, Links, Werbetext wie Preis, Aktionszeitraum, Versand oder Lieferdatum, der eigene Firmenname und Großbuchstaben zur Betonung.
Wer den Shoptext unverändert in den Feed kippt, verstößt gegen diese Vorgaben. Welche Meldung das im Merchant Center auslöst, steht dort nicht, deshalb behaupte ich keine Ablehnung, sondern nur den Verstoß. Die Arbeitsweise, die beides löst: ein Attributsatz als Quelle, daraus zwei Fassungen.
Beispielartikel · Daten erfunden
Die Quelle: was gesichert ist
Erst steht der Datensatz, dann der Text. Was hier nicht steht, wird nicht geschrieben — weder von dir noch von einem Sprachmodell. Fehlende Felder sind kein Grund zum Erfinden, sondern eine Aufgabe.
- sku, name, lux 70, zulassung StVZO, akku 8 h, ladezeit 3 h, gewicht 118 g
- halterung Lenker 22–32 mm werkzeuglos, lieferumfang Licht + Halterung + Kabel
- fehlt: Schutzart, Farbe — kommt in die Lückenliste, nicht in den Text
Auf der Produktseite darfst du gestalten
Zwischenüberschriften, Aufzählungen, Tabellen, so lang, wie das Produkt Erklärung braucht. Die Reihenfolge bleibt trotzdem: das Wichtigste zuerst, weil Vorschauen und mobile Ansichten von vorne lesen und hinten abschneiden.
- Was es ist und für wen
- Die zwei bis drei Angaben, die es vom Nachbarartikel unterscheiden
- Einsatz und Passung, dann Lieferumfang und Pflege
- Zum Schluss die häufigsten Einwände als Antwort
Im Produktfeed gelten andere Regeln
Google nennt für das Attribut description als Format Plain Text und als Grenze 5.000 Zeichen. Unerwünscht sind laut derselben Hilfeseite unter anderem Vergleiche mit anderen Produkten, Links, Preis, Aktionen, Versandangaben, der eigene Firmenname und Großbuchstaben zur Betonung.
- Ein durchgehender Fließtext ohne Auszeichnung
- Wer die Shop-Fassung unverändert in den Feed kippt, verstößt gegen diese Vorgaben
- Beim Kürzen fallen zuerst Markengeschichte, Pflege und Zubehörhinweise weg
- Maße, Material, Norm, Kompatibilität und Lieferumfang fallen nie weg
Erst die Attribute, dann der Text
Ein Produkttext ist nur so gut wie der Datensatz dahinter. Die erste Regel lautet: Was nicht in den Daten steht, wird nicht geschrieben, weder von dir noch von einem Sprachmodell. Praktischerweise sind die Felder, die beim Texten ohnehin entstehen, genau die, die Google für Händlereinträge empfiehlt: description, brand.name, color, material, size, pattern, audience, category, gtin und sku.
# Beispielartikel · Daten erfunden sku: ORB-70-SW name: Frontlicht Orbit 70 lux: 70 zulassung: StVZO akku_laufzeit: 8 h (mittlere Stufe) ladezeit: 3 h über USB-C gewicht_g: 118 halterung: Lenker 22–32 mm, werkzeuglos lieferumfang: Licht, Halterung, Ladekabel schutzart: — (fehlt) farbe: — (fehlt)
Produkte ohne Datenblatt bekommen keinen Fließtext, sondern eine Liste der gesicherten Angaben. Text auf dünner Datenlage liest sich gut und ist trotzdem wertlos. In einem größeren Katalogprojekt lagen für rund die Hälfte der betroffenen Artikel in keiner Sprache brauchbare Ausgangstexte vor. Die richtige Empfehlung war dort, zuerst die Produktdaten zu klären und mit dem Rest anzufangen.
Aufbau und Länge: das Wichtigste nach vorn
Google empfiehlt für das Feed-Attribut wörtlich: „List the most important details in the first 160 - 500 characters.“ Das ist eine Empfehlung, kein Gebot, und sie begründet sich mit der Darstellung. Für die Produktseite ist dieselbe Reihenfolge trotzdem die bessere, weil Suchergebnisse, Vorschauen und mobile Ansichten von vorne lesen und hinten abschneiden. Der Einstieg mit Markengeschichte kostet genau den Platz, an dem die Kaufentscheidung hängt.
Eigenen Text einfügen
Was steht vor der 500er-Marke?
Google empfiehlt für die Feed-Beschreibung, die wichtigsten Angaben in den ersten 160 bis 500 Zeichen zu nennen. Füg deinen Text ein und sieh, was davor liegt. Nichts wird übertragen.
Zeichen gesamt
0
von 5.000 erlaubt
Sätze vor Zeichen 500
0
diese liest jeder
Wörter
0
zur Einordnung
Dein Text mit Marken
bis Zeichen 160 · bis 500 · danach ungefärbt
Zur Wortzahl sagt Google selbst: „Are you writing to a particular word count because you've heard or read that Google has a preferred word count? (No, we don't.)“ Belegt ist damit nur: keine bevorzugte Wortzahl. Was ich in Projekten messe, nicht aus einer Studie: Verbrauchsartikel kommen mit 400 bis 600 Zeichen aus, erklärungsbedürftige Geräte brauchen 1.500 bis 2.500. Die Länge leitet sich aus vier Fragen ab: Erklärungsbedarf, Preis, Austauschbarkeit, und wie oft ein Artikel zurückkommt, weil etwas nicht klar war.
Produkttexte mit KI: der Prompt, der Daten verlangt
Ein Modell, das nur den Produktnamen bekommt, kann nur Floskeln liefern. Es hat keine Daten, also erfindet es welche. Der Grund für unbrauchbare KI-Produkttexte ist nach meiner Erfahrung fast immer der leere Prompt, nicht das Modell.
Du schreibst Produkttexte für einen Fahrradshop.
DATENSATZ:
{hier den vollständigen Attributsatz einfügen}
ZIELGRUPPE: Pendler, die täglich fahren, technisch interessiert, aber keine Profis.
TONALITÄT: sachlich, in der zweiten Person, keine Superlative, keine Ausrufezeichen.
REGELN:
1. Verwende ausschließlich Angaben aus dem Datensatz. Fehlt eine Angabe,
lasse sie weg und nenne sie am Ende als Lücke.
2. Merkmal und Nutzen im selben Satz. Nicht "70 Lux", sondern was das bedeutet.
3. Die zwei wichtigsten Angaben stehen in den ersten zwei Sätzen.
4. Keine Vergleiche mit anderen Produkten, kein Preis, kein Versand, kein Firmenname.
AUSGABE (drei Blöcke):
A) SHOP-FASSUNG — mit Zwischenüberschriften und Aufzählung, 900–1.400 Zeichen
B) FEED-FASSUNG — durchgehender Fließtext ohne Auszeichnung, 400–700 Zeichen
C) LÜCKENLISTE — welche Felder fehlen, um den Text vollständig zu machen Lass dir Shop-Fassung und Feed-Fassung in einem Durchgang erzeugen, nicht nacheinander, sonst laufen die beiden Fassungen inhaltlich auseinander.
Die Prüfschleife: jede Angabe gegen die Quelle
Die Prüfung ist mechanisch und damit auch von Hand machbar: Jede Behauptung im Text muss auf ein Feld im Datensatz zeigen. Was auf nichts zeigt, wird gestrichen, nicht umformuliert. Eine vorsichtiger formulierte Falschaussage bleibt eine Falschaussage.
Der Text behauptet
-
„wasserdicht“
Klingt plausibel bei einer Fahrradlampe und steht in vielen Herstellertexten.
-
„inklusive Universalhalterung“
Das Wort Universal ist nirgends belegt.
-
„nach StVZO und IPX6 zertifiziert“
Zwei Normen in einem Satz, eine davon erfunden.
Der Datensatz sagt
-
keine Schutzart im Datensatz
Feld fehlt. Also weglassen und in die Lückenliste.
-
Halterung: Lenker 22–32 mm
Konkret und überprüfbar. Genau das gehört in den Text.
-
nur zulassung: StVZO
Die zweite Norm streichen. Falsche Normangaben sind keine Stilfrage.
Drei Fehlertypen tauchen immer wieder auf: erfundene Eigenschaften, falsch zugeordnete Normen und Zertifikate, und Ausstattung, die aus „optional“ zu „im Lieferumfang“ geworden ist. Aus meiner eigenen Arbeit, nicht aus einer Studie: Ein Modell, das seine eigenen Texte bewertet, hat in meinen Durchläufen so gut wie nichts gefunden. Erst der Wechsel auf ein zweites, unabhängiges Modell hat die Fehler zutage gefördert. Bei Handredaktion entspricht das dem Vier-Augen-Prinzip.
Was Google zu KI-Texten sagt, und wo wirklich eine Pflicht besteht
In der Suche ist KI nicht verboten. Die Spam-Richtlinie trifft „using generative AI tools or other similar tools to generate many pages without adding value for users“, also den fehlenden Mehrwert, nicht die Technik.
Im Merchant Center gilt dagegen eine Formatpflicht, und zwar wörtlich: „All descriptions created using generative AI must be provided using the structured description [structured_description] attribute.“ Beide Unterfelder sind laut Google erforderlich: digital_source_type mit dem Wert trained_algorithmic_media und content mit dem Text. Für Titel gilt dasselbe über structured_title.
// Feed-Beispiel: KI-erzeugte Beschreibung korrekt gekennzeichnet "structured_description": { "digital_source_type": "trained_algorithmic_media", "content": "Das Frontlicht Orbit 70 leuchtet mit 70 Lux und ist nach StVZO …" } // Beide Unterfelder sind laut Google erforderlich. // Ein von Hand geschriebener Text steht weiter im Attribut description.
Was Google an dieser Stelle nicht sagt: dass die Kennzeichnung Sichtbarkeit kostet oder dass das Weglassen zur Ablehnung führt. Beides steht in der Hilfe nicht, deshalb behaupte ich es nicht. Belegbar ist allein die Formatvorgabe. Kurz: Die Suche bewertet den Mehrwert, der Feed verlangt ein bestimmtes Format. Wer das verwechselt, kennzeichnet an der falschen Stelle oder gar nicht.
Varianten: erst die Bauweise entscheiden, dann schreiben
Die erste Frage ist nicht, was du schreibst, sondern wie die Varianten gebaut sind. Google unterscheidet Varianten auf einer Seite von Varianten auf eigenen Seiten, und daraus folgt alles Weitere.
Zwei Bauweisen, zwei Antworten
Single-Page-Varianten: ein Text
Google schreibt dazu: „there must be only one distinct canonical URL for the overall ProductGroup that all variants belong to“. Hier schreibst du genau einen Text. Größen und Farben brauchen keine eigenen Texte, sie brauchen saubere Merkmale.
- Ein Text für die Produktgruppe
- Varianten als Merkmale, nicht als Textvarianten
- ProductGroup mit variesBy, jede Variante mit inProductGroupWithID
Multi-Page-Varianten: eigene Substanz
Hier gilt laut Google das Gegenteil: „there is no single canonical URL representing the ProductGroup property (since the variants are distributed across equally important pages)“. Erst jetzt braucht jede Seite eigenen Inhalt — und zwar andere Information, nicht anderes Vokabular.
- Derselbe Text mit ausgetauschtem Farbnamen ist die häufigste und teuerste Lösung
- Schreib je unterscheidendem Merkmal statt je Kombination
- Fünf Farben und sechs Größen sind elf Bausteine, nicht dreißig Texte
Vom Text zum Markup
Beim Texten entstehen genau die Felder, die Google für Händlereinträge empfiehlt. Sie müssen nur ausgezeichnet werden, statt im Fließtext zu versanden. Pflicht sind name, image und offers. Dabei gilt Googles allgemeine Regel für strukturierte Daten: Ausgezeichnet wird, was auf der Seite für Nutzer sichtbar ist. Markup ist die zweite Form derselben Angabe, kein Zusatzkanal für das, was im Text fehlt.
Für Google Search braucht es dafür keine Sonderdateien. Google schreibt zu den KI-Funktionen: „There are no additional requirements to appear in AI Overviews or AI Mode, nor other special optimizations necessary“ und „You don't need to create new machine readable files, AI text files, or markup.“ Was für KI-Systeme zählt, ist banaler: Maße, Material und Normen müssen als eindeutige Angaben im Seitentext und im Markup stehen. Was nur in einer Tabelle als Bild steht, taucht im extrahierten Seitentext nicht auf.
Was gibt dein Shop im Produkt-Markup aus?
Eine Produktadresse eingeben — der Check liest das JSON-LD und vergleicht es mit Googles Anforderungen für Händlereinträge, Snippets und Varianten.
Pflichtangaben gehören in Felder, nicht in den Werbetext
Die EU-Produktsicherheitsverordnung gilt seit dem 13. Dezember 2024. Für den Fernabsatz verlangt Artikel 19 der Verordnung (EU) 2023/988 unter anderem Name, Postanschrift und elektronische Adresse des Herstellers, bei Herstellern außerhalb der EU zusätzlich die verantwortliche Person in der Union, dazu Angaben zur Identifizierung des Produkts und Warnhinweise. Je nach Sortiment kommen weitere Pflichten dazu: Textilkennzeichnung, Grundpreisangabe, Energielabel.
Woran du merkst, ob der neue Text etwas gebracht hat
Lege vor der Änderung einen Referenzzeitraum fest und fasse die betroffenen Adressen in der Search Console als Gruppe zusammen. Danach lässt sich das nicht mehr sauber nachholen. Miss Impressionen und Klicks dieser Gruppe vorher und nachher, nicht einzelne Positionen: Positionen schwanken zu stark. Lass eine Kontrollgruppe unveränderter Produkte mitlaufen, sonst verwechselst du Saison mit Wirkung.
| Was | Wie |
|---|---|
| Referenzzeitraum | Vier bis acht Wochen vor der Änderung, als Seitengruppe in der Search Console |
| Kontrollgruppe | Vergleichbare Artikel, die unverändert bleiben |
| Kennzahl 1 | Impressionen und Klicks der Gruppe, nicht die Position |
| Kennzahl 2 | Beanstandungen im Merchant Center — reagiert am schnellsten |
| Kennzahl 3 | Anteil der Artikel mit eigener Beschreibung, als Fortschrittszahl |
| Wartezeit | Google muss jede geänderte Seite erst wieder abrufen. Bei großen Katalogen ist das die eigentliche Verzögerung. |
Und sei ehrlich zur Erwartung: Ein Produkttext allein bewegt selten den Umsatz. Er verhindert, dass ein Artikel gar nicht erst vorkommt.
Fünftausend Artikel: die Reihenfolge und die Rechnung
Vier Listen ergeben die Reihenfolge, und alle vier ziehst du aus Systemen, die du schon hast. Erstens: Produktseiten mit Impressionen, aber ohne Klicks in der Search Console. Google zeigt sie bereits, sie überzeugen nur nicht — das ist die billigste Verbesserung, die es gibt. Zweitens die Artikel mit Beanstandungen im Merchant Center. Drittens Varianten ohne eigenen Text. Viertens die Artikel mit reinem Herstellereinzeiler oder ganz ohne Beschreibung.
Dann rechne nach, mit deinen eigenen Zahlen:
Mit deinen Zahlen rechnen
Was kostet es, selbst zu schreiben?
Vier Eingaben, deine eigenen Werte. Die Rechnung sagt nichts über die Qualität — sie sagt nur, wie viel Arbeitszeit in deinem Katalog steckt, bevor die erste Übersetzung geschrieben ist.
Arbeitsstunden
0
Personentage à 8 h
0
Interne Kosten
0 €
Mach es selbst, wenn dein Katalog klein ist, du eine Sprache brauchst, deine Produktdaten vollständig sind oder du jemanden im Haus hast, der schreibt. Dafür brauchst du niemanden, und ich sage dir das lieber vorher. Ab der Größenordnung, in der die Rechnung kippt, entscheidet nicht mehr die Schreibqualität, sondern ob es eine Strecke gibt: Daten rein, geprüfte Texte raus, in allen Sprachen, in einem Format, das deine Entwicklung importiert. Wie das bei mir aussieht, steht auf der Leistungsseite.
Quellen
- Google Merchant Center-Hilfe, Attribut
description: Format, Grenze von 5.000 Zeichen, unerwünschte Inhalte, Empfehlung zu den ersten 160 bis 500 Zeichen. Abgerufen am 21.09.2026. - Google Merchant Center-Hilfe, KI-generierte Inhalte:
structured_descriptionundstructured_titlemit den Unterfelderndigital_source_typeundcontent. Abgerufen am 21.09.2026. - Google Search Central, Spam-Richtlinien: massenhaft erzeugte Inhalte ohne Mehrwert. Abgerufen am 21.09.2026.
- Google Search Central, hilfreiche Inhalte: keine bevorzugte Wortzahl. Abgerufen am 21.09.2026.
- Google Search Central, Produktvarianten: Canonical bei Single-Page- und Multi-Page-Varianten. Abgerufen am 21.09.2026.
- Google Search Central, Händlereinträge: empfohlene Felder für Product-Markup. Abgerufen am 21.09.2026.
- Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit, Artikel 19. Gilt seit 13.12.2024.