Website-Check: Befunde erklärt

Vorschau: Wie dein Link aussieht, wenn ihn jemand teilt

Open Graph und Twitter Cards sind die Angaben, aus denen WhatsApp, LinkedIn, Slack und X die Karte zu einem geteilten Link bauen — Titel, Text, Bild. Fehlen sie, entscheidet die Plattform selbst, und das Ergebnis ist meistens eine nackte Adresse.

Hasan Kalkan Informatiker, SEO seit 2012 12 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • 01Open Graph ist die Vorschau eines geteilten Links: Titel, Beschreibung, Bild. Vier Felder sind laut Standard Pflicht — og:title, og:type, og:image, og:url.
  • 02Für Google ist es kein Ranking-Thema, aber og:title zählt zu den Quellen für den Titel-Link und og:image kann das Bild für Google Bilder sein.
  • 03Einmal je Seitenvorlage gesetzt, gilt es für alle Seiten. Der teuerste Fehler ist ein Bildpfad ohne Domain: im Browser sichtbar, im Chat unsichtbar.

Welche davon betreffen deine Website?

Der Website-Check prüft genau diese Befunde an deiner Domain, meist in unter 40 Sekunden, ohne Anmeldung, und verlinkt jeden Treffer hierher.

Diese Kategorie im Website-Check heißt „Vorschau“ und fasst alles zusammen, was passiert, nachdem jemand deinen Link kopiert hat. Sie hat mit Rankings fast nichts zu tun und mit Klicks sehr viel: Ein Link, den ein Kunde in eine WhatsApp-Gruppe stellt, konkurriert dort mit allem anderen im Chat. Mit Bild und Titel wird er angeklickt, ohne beides bleibt er eine graue Zeile.

Der Website-Check prüft die Tags an zwei Stellen. Der KI-Check sagt nur, ob überhaupt etwas da ist, weil dort fünf Punkte des Scores daran hängen. Der Markup-Check geht ins Detail: Pflichtfelder, Bildadresse, Abgleich mit dem Canonical, Beschreibung, Twitter Card. Deshalb tauchen zwei Befunde in deinem Bericht manchmal doppelt auf — gemeint ist dasselbe.

head · Open Graph und Twitter Card
<!-- im head, je Seitenvorlage einmal -->
<meta property="og:title" content="Regenjacke Aurora, wasserdicht">
<meta property="og:type" content="product">
<meta property="og:image" content="https://deine-domain.de/media/aurora-1200x630.jpg">
<meta property="og:image:alt" content="Blaue Regenjacke auf hellem Grund">
<meta property="og:url" content="https://deine-domain.de/regenjacke-aurora/">
<meta property="og:description" content="Wasserdicht ab 10.000 mm, 380 Gramm, in vier Farben.">
<meta name="twitter:card" content="summary_large_image">
So sieht der vollständige Satz aus. Mehr braucht es für eine saubere Vorschau nicht.

Keine Open-Graph-Tags: der geteilte Link sieht nackt aus

KI-Check: og · Markup-Check: og_fehlt

Was das heißt

Der Check liest den head und sucht Meta-Tags, die mit og: anfangen. Findet er keine, meldet der KI-Check „Keine Open-Graph-Tags“ und der Markup-Check denselben Punkt — WhatsApp, LinkedIn, Slack und X bauen daraus die Vorschau. Sind sie da, steht im Ergebnis „Social-/Vorschau-Daten vorhanden“; fehlt nur das Bild, sagt der Satz das ausdrücklich. Im KI-Score hängen hier 5 von 100 Punkten.

Warum es zählt

Ohne die Tags entscheidet die Plattform selbst, was sie anzeigt: meist die nackte Adresse, ein zufälliger Textausschnitt, kein Bild. Jeder Link, den ein Kunde in einen Chat kopiert, wird damit seltener geklickt. Für Google ist es kein reines Social-Thema: og:title steht in Googles Liste der Quellen für den Titel-Link im Suchergebnis, und og:image nennt Google als Möglichkeit, das bevorzugte Bild für Google Bilder anzugeben. Für KI-Antworten zählt der Haupttext; dass Chatbots og:-Tags bevorzugen, behaupten wir nicht.

So behebst du es

Vier Zeilen in den head, einmal je Seitenvorlage:

  • Shopify: die meisten Themes bringen es mit, im Theme-Code unter snippets/meta-tags.liquid (so heißt die Datei im Standard-Theme Dawn).
  • Shopware 6: die Storefront liefert die Tags im Standard aus, in storefront/layout/meta.html.twig; anpassen über die Twig-Blöcke im eigenen Theme.
  • WordPress: ein Theme allein setzt meist nichts, Yoast, Rank Math oder SEOPress übernehmen es samt Standardbild.
  • JTL-Shop 5: der Head steckt im NOVA-Template unter templates/NOVA/layout/header.tpl.

Quelle

Standard: The Open Graph protocol (abgerufen 23.09.2026) — „The four required properties for every page are: og:title, og:type, og:image, og:url.“ · Google: How title links are generated in Google Search (abgerufen 23.09.2026) listet „Content in og:title meta tags“ als eine der Quellen für den Titel-Link · Google: Google Images SEO best practices (abgerufen 23.09.2026) — „Specify the og:image meta tag.“

Open Graph unvollständig: ein Pflichtfeld fehlt

Markup-Check: og_pflicht

Was das heißt

Es sind og:-Tags vorhanden, aber nicht alle vier, die der Standard als Pflicht nennt. Der Befund heißt dann zum Beispiel „Open Graph unvollständig: og:image, og:url fehlt“ — es steht also im Ergebnis, welches Feld genau fehlt. Geprüft wird auf og:title, og:type, og:image und og:url.

Warum es zählt

Jedes Feld hat eine Aufgabe, und fehlt es, muss die Plattform raten. Ohne og:image gibt es keine Bildkarte, sondern eine Textzeile — der auffälligste Unterschied im Chat. Ohne og:title zieht das Netzwerk irgendeine Überschrift aus dem Seiteninhalt. Aus unseren Audits fehlt og:image am häufigsten, meist weil eine Vorlage das Bild nur auf Produktseiten setzt und Kategorie- und Inhaltsseiten leer lässt.

So behebst du es

Fehlende Tags im head ergänzen. Beim Bild nicht das Logo nehmen, sondern ein Motiv, das zur Seite passt:

  • Format: 1200 × 630 Pixel empfiehlt Facebook für Link-Vorschauen, LinkedIn nennt 1200 × 627 als Mindestmaß und 1,91:1 als Seitenverhältnis. Ein Bild in dieser Größe passt überall.
  • og:type: website für Start- und Kategorieseiten, article für Blog und Ratgeber, product für Produktseiten.
  • Vorlagen durchgehen: Startseite, Kategorie, Produkt, Blogartikel, Kontakt. In Shopify und Shopware reicht meist ein Fallback-Bild in den Theme-Einstellungen, in WordPress das Standardbild im SEO-Plugin.

Dazu og:image:alt setzen, das empfiehlt ogp.me bei jedem Bild.

Quelle

Standard: The Open Graph protocol (abgerufen 23.09.2026) — die vier Pflichtfelder und „If the page specifies an og:image it should specify og:image:alt.“ · Plattform: Images in Link Shares (abgerufen 23.09.2026) — „Use images that are at least 1200 x 630 pixels for the best display on high resolution devices.“ · Plattform: Make your website shareable on LinkedIn (abgerufen 23.09.2026) — „Minimum image dimensions: 1200 (w) x 627 (h) pixels“, „Recommended ratio: 1.91:1“.

og:image ohne vollständige Adresse: die Karte bleibt ohne Bild

Markup-Check: og_bild_relativ

Was das heißt

Der Check schaut, ob der Wert von og:image mit http:// oder https:// beginnt. Steht dort ein Pfad wie /media/image/vorschau.jpg, meldet er „og:image ist keine absolute URL“. Das Bild existiert also, nur die Adresse ist unvollständig.

Warum es zählt

Der Open-Graph-Standard definiert den Typ URL als „All valid URLs that utilize the http:// or https:// protocols“ — ein Pfad ohne Domain ist danach kein gültiger Wert. Aus unseren Audits: Plattformen ergänzen die Domain nicht zuverlässig, und dann bleibt die Vorschau ohne Bild. Das ist der unangenehmste Fall dieser Kategorie, weil du ihn im Browser nicht siehst: Die Seite zeigt das Bild, der Chat zeigt es nicht.

So behebst du es

Die Adresse ausschreiben, mit Protokoll und Domain: https://deine-domain.de/media/image/vorschau.jpg.

  • Typische Ursache: ein handgeschriebenes Template oder Child-Theme, in dem der Bildpfad direkt aus dem Medienfeld kommt. Shopify und Shopware liefern absolute Adressen.
  • WordPress: nach eigenen og:-Tags in header.php suchen, die parallel zum SEO-Plugin laufen.
  • Protokoll nicht weglassen: Schreibweisen wie //deine-domain.de/bild.jpg kommen sogar in Plattform-Beispielen vor. Schreib https:// aus.
  • Bild-CDN: die ausgelieferte Domain prüfen, nicht die im Backend hinterlegte.

Quelle

Standard: The Open Graph protocol, Abschnitt Types (abgerufen 23.09.2026) — URL: „All valid URLs that utilize the http:// or https:// protocols.“ · Google: Google Images SEO best practices (abgerufen 23.09.2026) zeigt og:image mit vollständiger Adresse. Dass einzelne Plattformen relative Pfade nicht auflösen, ist Erfahrungswert aus unseren Audits.

og:url und Canonical zeigen auf verschiedene Adressen

Markup-Check: og_url_canonical

Was das heißt

Der Check vergleicht og:url mit dem Canonical der Seite, nachdem er beide auf eine einheitliche Schreibweise gebracht hat. Unterscheiden sie sich, stehen im Ergebnis beide Adressen untereinander, gekürzt auf 90 Zeichen — du siehst direkt, welche Variante wo hinterlegt ist.

Warum es zählt

Beide Angaben beantworten dieselbe Frage für unterschiedliche Systeme. Der Standard beschreibt og:url als „The canonical URL of your object that will be used as its permanent ID in the graph“ — unter dieser Adresse führt das Netzwerk deine Seite und zählt Shares. Das Canonical ist die Adresse, auf die Google Signale zusammenführt: „It helps search engines to be able to consolidate the signals they have for the individual URLs (such as links to them) into a single, preferred URL.“ Zeigen die zwei woanders hin, sammeln sich Shares an der einen Adresse, Links und Rankings an der anderen.

So behebst du es

og:url exakt auf die Canonical-Adresse setzen — gleiche Domain, gleiches Protokoll, gleicher Schrägstrich am Ende, keine Parameter. Im Quelltext müssen beide Zeichen für Zeichen gleich sein. Was das Canonical leistet und was passiert, wenn es fehlt oder woandershin zeigt, steht unter Seiten ohne Canonical.

  • Häufigste Ursachen: og:url wird aus der aufgerufenen Adresse gebaut und schleppt Tracking-Parameter mit, oder es steht noch eine Staging-Domain darin.
  • WordPress: das SEO-Plugin setzt beides. Widersprechen sie sich, gibt es eine zweite Quelle — Theme oder Social-Plugin. Doppelte Tags entfernen.
  • Shopware und Shopify: bei Filter-Ansichten prüfen, ob dort die Parameter-Variante statt der Kategorie-Adresse landet.

Quelle

Standard: The Open Graph protocol (abgerufen 23.09.2026) — Beschreibung von og:url · Google: How to specify a canonical URL with rel="canonical" and other methods (abgerufen 23.09.2026) — Zusammenführen der Signale auf eine bevorzugte Adresse.

Kein og:description: der geteilte Link hat keinen Text

Markup-Check: og_description

Was das heißt

Dieser Befund erscheint nur, wenn die Seite Open-Graph-Tags und eine Meta-Description hat, aber kein og:description. Im Ergebnis steht „Kein og:description“ mit dem Hinweis, dass viele Netzwerke dann auf die Meta-Description zurückfallen — nicht alle.

Warum es zählt

Es ist der kleinste Punkt dieser Kategorie und steht im Bericht deshalb weit unten. Der Standard führt og:description unter den optionalen Angaben und beschreibt es als „A one to two sentence description of your object“; LinkedIn nennt das Tag in seiner Hilfe ausdrücklich als gelesenes Feld. Aus unseren Audits: Ob ein Netzwerk die Meta-Description als Ersatz nimmt, ist von Plattform zu Plattform verschieden — im Zweifel bekommst du eine Karte mit Titel und Bild, aber ohne Zeile darunter. Ein eigener Text ist ohnehin besser: geschrieben für den Chat, nicht für die Google-Ergebnisseite.

So behebst du es

Ein bis zwei Sätze, die einen Menschen zum Klick bringen — kein Keyword-Satz und kein abgeschnittener Fließtext:

  • Shopware 6 und Shopify: im Standard aus der Meta-Description abgeleitet — in Ordnung, solange die als Satz lesbar ist.
  • WordPress: Yoast, Rank Math und SEOPress haben je Beitrag ein Feld für die Social-Beschreibung. Lohnt sich bei den Seiten, die du wirklich teilst.
  • Produktseiten: nicht die komplette Produktbeschreibung einsetzen, sondern das eine Argument, das im Chat zieht.

Quelle

Standard: The Open Graph protocol (abgerufen 23.09.2026) — „og:description — A one to two sentence description of your object.“ · Plattform: Make your website shareable on LinkedIn (abgerufen 23.09.2026) nennt og:description als gelesenes Feld. Welches Netzwerk ersatzweise die Meta-Description nimmt, ist Erfahrungswert aus unseren Audits.

Kein twitter:card: auf X entsteht keine Karte

Markup-Check: twitter_card

Was das heißt

Der Check sucht das Meta-Tag twitter:card. Fehlt es, steht im Ergebnis „Kein twitter:card“ und als Hebel die eine Zeile, die du ergänzen kannst — summary_large_image für die Variante mit großem Bild.

Warum es zählt

Das ist der Befund mit der geringsten Wirkung, deshalb steht er ganz unten: Er betrifft nur eine Plattform. Wenn X für dich ein Kanal ist, entscheidet dieses Tag darüber, ob dein Link als Karte mit Bild erscheint oder als Textzeile. Für Google und für KI-Antworten spielt es keine Rolle. Die Kosten sind eine Zeile im Template, einmal gesetzt für alle Seiten — deshalb erwähnen wir es überhaupt.

So behebst du es

Eine Zeile in den head, danach Titel, Beschreibung und Bild aus den og:-Tags weiterverwenden:

  • Shopware 6: die Storefront setzt twitter:card von Haus aus auf summary und twitter:image auf das Shop-Logo. Wer das große Bild und das Produktbild will, überschreibt die beiden Twig-Blöcke im eigenen Theme.
  • Shopify: im Theme-Code prüfen, ob twitter:card bereits gesetzt ist; sonst eine Zeile in die Meta-Tags-Vorlage.
  • WordPress: die SEO-Plugins haben dafür einen Schalter, teils zusammen mit einem eigenen Twitter-Bild.

Erst danach prüfen, ob dein Bild wirklich groß ausgespielt wird — mit summary bleibt es klein, auch wenn ein großes Bild hinterlegt ist.

Quelle

Erfahrungswert aus unseren Audits: Die Cards-Dokumentation von X war am 23.09.2026 öffentlich nicht abrufbar — developer.x.com/en/docs/x-for-websites/cards/overview/markup leitet auf docs.x.com weiter, die Zielseite liefert die Tag-Referenz nicht aus. Belegbar ist der Shopware-Standard im Storefront-Template storefront/layout/meta.html.twig (abgerufen 23.09.2026): twitter:card mit dem Standardwert summary, twitter:image mit dem Shop-Logo.

In welcher Reihenfolge du das abarbeitest

Wenn mehrere Vorschau-Befunde in deinem Bericht stehen, ist die Reihenfolge einfach: erst Tags überhaupt setzen, dann das Bild absolut adressieren, dann og:url auf das Canonical ziehen. og:description und twitter:card sind Feinarbeit und in derselben Sitzung mit erledigt. Zusammen ist das eine Aufgabe von einer Stunde, die für alle Seiten deiner Website gilt.

Prüf deine eigene Domain

Der Website-Check liest deine Seite ab und zeigt genau diese Befunde mit deinen Werten. Das Ergebnis des Website-Checks verlinkt bei jedem Befund genau hierher. Prüf deine Domain, dann weißt du in zwei Minuten, welcher der sechs Punkte bei dir offen ist.

Kurz beantwortet.

Wirkt Open Graph auf mein Google-Ranking?

Als Ranking-Faktor ist es nirgends dokumentiert, und wir behandeln es auch nicht so. Zwei Stellen gibt es trotzdem: Google nennt og:title als eine der Quellen für den Titel-Link im Suchergebnis und og:image als Möglichkeit, das bevorzugte Bild einer Seite für Google Bilder anzugeben (beide Belege stehen oben im Text). Der Hauptnutzen bleibt aber der Klick auf geteilte Links.

Welche Bildgröße soll ich für og:image nehmen?

1200 × 630 Pixel deckt alles ab. Facebook empfiehlt für Link-Vorschauen mindestens diese Größe und ein Seitenverhältnis nahe 1,91:1, LinkedIn nennt 1200 × 627 als Mindestmaß und maximal 5 MB Dateigröße. Ein einzelnes Bild in diesem Format reicht, du brauchst keine Variante je Plattform.

Ich habe die Tags ergänzt, WhatsApp zeigt aber noch die alte Vorschau. Warum?

Die Plattformen speichern Vorschauen zwischen. Bei Facebook und LinkedIn erneuerst du sie über den Sharing Debugger beziehungsweise den Post Inspector; bei Messengern hilft oft nur Abwarten oder ein Link mit angehängtem Parameter zum Testen. Aus unseren Audits: Nach dem Neu-Einlesen bei Facebook stimmt es meist auch in den anderen Kanälen.

Brauche ich twitter:-Tags, wenn ich schon Open Graph habe?

Für Titel, Beschreibung und Bild nicht — dafür genügen die og:-Tags. Fehlt aber twitter:card, entsteht auf X aus unserer Erfahrung keine große Bildkarte. Eine Zeile mit summary_large_image im Template genügt, alles Weitere kommt aus Open Graph.

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