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Studie · Oktober 2026 · Search Console, Merchant Center, eigene Messungen

Händlereinträge im EWR seit dem 15. September: Search Console, Merchant Center und 531 Produktsuchen im Vergleich

Seit Mitte September zeigt Google bei Produktsuchen in Deutschland ein Raster aus Vergleichsportalen statt der Händler, in Österreich bei knapp der Hälfte der Produkt-Elemente. In der Search Console fallen die Klicks auf Händlereinträge im EWR bei Shop A um 63 Prozent. Ich habe gemessen, wer das neue Raster füllt, die Search Console neben das Merchant Center gelegt und geprüft, was die organischen Produktseiten auffangen. Das Ergebnis: Der Einbruch ist echt, aber das Merchant Center zählt deutlich weniger Verlust. Bei Shop A glich der Zuwachs auf den organischen Produktseiten rechnerisch gut die Hälfte des Rückgangs der Händlereinträge auf diesen Seiten aus, und gegenüber dem Vorjahr lag der Shop bei allen Klicks aus der Websuche 9 Prozentpunkte besser.

Hasan Kalkan Informatiker, SEO seit 2012 11 Min. Lesezeit

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Mitte September verschwanden in Deutschland bei Produktsuchen die Karussells mit Händlern, Preisen und Sternen. Laut Search Engine Roundtable meldete der Tracker Productrise Rückgänge der Produktkarussells um 90 bis 100 Prozent. Ich wollte zwei Dinge genauer wissen: Wer füllt die Fläche jetzt, und was kommt bei einem Shop wirklich an? Dafür habe ich die Suchergebnisse selbst gemessen und die Daten eines Shops, den ich betreue, aus zwei Werkzeugen nebeneinandergelegt, die dasselbe zu zählen scheinen und es nicht tun.

90 %

der Produkt-Elemente im deutschen Raster führen zu Vergleichsportalen

Handy, alle Gruppen, Mittel aus vier Messtagen, Spanne 89–91 %; Google Shopping: 10 %

−63 %

Händlereinträge in der Search Console, Shop A, EWR

Klicks 21.09. bis 04.10. gegen 01. bis 14.09.2026; Googles neue Darstellung im EWR; außerhalb des EWR +12 %

−9 %

kostenlose Produkteinträge im Merchant Center, Shop A, EWR

Klicks, selber Zeitraum; Vorjahr −11 % (ältere Zählung)

+6,5 %

organische Klicks auf Produktseiten, Shop A, EWR

ohne Händlereinträge, selber Zeitraum; Vorjahr −15,6 %, also 22 Prozentpunkte besser

Eigene Messungen: 531 Produktsuchen an vier Tagen. Shop-Daten: Search Console, Merchant Center und Webanalyse von Shop A, mit Freigabe, anonymisiert. Methode unten.

Produktblock für die Suche „Kaffeevollautomat“ am Handy im Vergleich: In Deutschland zeigt Google Gruppen von Vergleichsportalen wie shopping.de, idealo.de und Google Shopping, ohne Händlernamen und ohne Sterne; in der Schweiz Angebote mit Händler, Preis und Sternebewertung. Über dieselben 274 deutschen Suchen führen in Deutschland 90 Prozent der Produkt-Elemente zu Vergleichsportalen, in der Schweiz 100 Prozent zu Google Shopping; mit Sternen 2 gegen 73 Prozent.
Dieselbe Suche, zwei Länder: „Kaffeevollautomat“ am Handy in Deutschland und der Schweiz Als PNG herunterladen · Hochformat

Datenbasis und Methode

Datenbasis: Daten aus betreuten Shops, mit Freigabe (anonymisiert), hier für Shop A, dazu eigene Messungen. Die Shop-Daten zeige ich nur als Index oder Veränderung, nie als absolute Zahl.

  • Eigene Messung der Suchergebnisse: 531 Produktsuchen (274 auf Deutsch, 257 auf Englisch) aus zwölf Branchen, ausgewählt über Googles Keyword-Planer nach Suchvolumen, Markennamen herausgefiltert. Abgerufen an vier Tagen, 20. bis 23. Oktober 2026, in Deutschland, Österreich und der Schweiz (deutsche Begriffe) und Großbritannien (englische Begriffe), am Handy in allen vier Ländern, am Desktop in Deutschland und Großbritannien. Zusammen 6.440 Ergebnisseiten. Abgerufen über eine Schnittstelle für Suchergebnisse, ohne Anmeldung, mit dem Standort des Landes.
  • Was gezählt wurde: je Ergebnisseite, ob ein Produktblock erscheint; je Produkt-Element im Block, wohin es führt (Gruppe eines Vergleichsportals, Google Shopping oder direkt ein Shop) und ob es Sterne zeigt; dazu der Block „Weitere Websites“ mit Händlerseiten. Gezählt wurden alle Produkt-Elemente, die Google im Block mitliefert, auch die der nicht aufgeklappten Gruppen; sichtbar ist zunächst nur die erste Gruppe.
  • Historische Aufnahmen: 2.299 Aufnahmen derselben Suchbegriffe von April bis Oktober 2026 aus einem Archiv von Suchergebnisseiten, zur Einordnung von Vorher-Zustand und Datum.
  • Shop-Daten: Search Console, Suchtyp Web, Darstellung „Händlereinträge“ und alle Klicks, je Tag und Land, August bis 18. Oktober 2026, dazu die Klicks auf Produktseiten. Merchant Center, kostenlose Produkteinträge, je Tag und Land. Webanalyse für Besuche über Vergleichsportale.
  • Vergleich: 1. bis 14. September 2026 (vorher, Index 100) gegen 21. September bis 4. Oktober (nachher). Zum Abgleich derselbe Zeitraum 2025 und die Länder außerhalb des EWR.
  • Zur Einordnung (keine Kontrollgruppe): Suchvolumen im Keyword-Planer und Google Trends, Bing-Klicks und Shopping-Anzeigen.

Was sich am 15. September geändert hat

Google hat am 8. September 2026 zwei neue Einheiten für Suchergebnisse im EWR dokumentiert (Search Engine Journal): eine für Vergleichsdienste wie Preis- und Testportale, bei der jeweils ein Anbieter aufgeklappt ist und die anderen über eine Auswahl erreichbar sind, und eine für Anbieter selbst. Laut Search Engine Roundtable (18. September) hat Googles Ads Liaison in einem Kommentar bestätigt, dass die kostenlosen Produkteinträge im EWR wegen des Digital Markets Act entfernt wurden.

In den Shop-Daten liegt der Bruch auf dem 15. September: Die Klicks auf Händlereinträge im EWR fallen bei Shop A binnen weniger Tage; außerhalb des EWR steigen sie um 12 Prozent. Die Tageswerte lagen schon vom 9. bis 12. September niedriger, am 11. und 12. auch im Merchant Center; der Sprung nach unten kommt am 15. Die historischen Aufnahmen passen dazu: Aus Deutschland zeigten von April bis Juni 95 bis 98 Prozent ein Produktkarussell; aus Österreich gibt es um den Wechsel nur wenige Aufnahmen, am 14. September mit Produktkarussell, am 15. und 16. ohne Produktblock. Aus Deutschland gibt es zwischen dem 6. und dem 25. September keine Aufnahmen.

Wer das neue Raster füllt

Waffeldiagramm mit je 100 Produkt-Elementen am Handy: Deutschland 90 zu Vergleichsportalen und 10 zu Google Shopping, Österreich 46 und 54, Schweiz und Großbritannien 0 und 100. Mit Sternen: Deutschland 2, Österreich 7, Schweiz 73, Großbritannien 71 Prozent.
Wohin 100 Produkt-Elemente bei Google führen, je Land (Handy) Als PNG herunterladen · Hochformat
Land, GerätSuchen mit Produktblock→ Vergleichsportal→ Google Shopping→ direkt Shopmit Sternen
Deutschland, Handy 92 % 90 % 10 % 0 % 2 %
Deutschland, Desktop 53 % 87 % 13 % 0 % 4 %
Österreich, Handy 90 % 46 % 54 % 0 % 7 %
Schweiz, Handy 95 % 0 % 100 % 0 % 73 %
Großbritannien, Handy 100 % 0 % 100 % 0 % 71 %
Großbritannien, Desktop 100 % 0 % 100 % 0 % 71 %

Mittel aus vier Messtagen (20. bis 23.10.2026). Die Spalten mit Pfeil sind Anteile an allen Produkt-Elementen im Block, auf ganze Prozent gerundet, zusammen 100. In der Schweiz und Großbritannien treten auch Vergleichsdienste als Anbieter in Google Shopping auf; sie zählen hier zu Google Shopping. Die Anteile für Vergleichsportale und Google Shopping schwankten je Tag um rund zwei Prozentpunkte; am deutschen Desktop schwankt dagegen, ob überhaupt ein Produktblock erscheint (49 bis 57 Prozent).

In Deutschland ist das Raster fast vollständig in der Hand der Vergleichsportale, Google Shopping ist dort nur eine von meist sechs bis acht Gruppen je Suche. Sterne zeigen nur noch einzelne Angebote. Am Handy erscheint zusätzlich bei etwa jeder dritten Suche ein Block „Weitere Websites“, vor allem mit Filialseiten von Händlern, und zwar nur in Deutschland und Österreich. Das passt zu Googles Beschreibung der neuen Einheit für Anbieter (direkte Anbieter wie Geschäfte vor Ort, nur zusammen mit der Einheit für Vergleichsdienste, nur im EWR). Ob es genau diese Einheit ist, kann ich nicht belegen. In Österreich ist Google Shopping mit gut der Hälfte deutlich stärker. In der Schweiz und in Großbritannien ist das Produktkarussell wie vorher: Angebote mit Händlernamen, die zu Google Shopping führen, knapp drei Viertel mit Sternen.

Wer das Raster in Deutschland füllt Handy, Anteil an allen 53.625 Produkt-Elementen aus vier Messtagen, die zehn größten Gruppen
  • Google Shopping 10,0 %
  • testberichte.de 6,6 %
  • billiger.de 6,3 %
  • shopping.de 5,7 %
  • idealo.de 5,5 %
  • preissuchmaschine.de 5,3 %
  • geizhals.de 4,8 %
  • vergleich.org 4,5 %
  • codecheck.info 4,3 %
  • guenstiger.de 4,0 %

Die übrigen Anteile verteilen sich auf weitere Vergleichsportale mit jeweils unter 4 Prozent.

Eine unabhängige Messung kommt zum selben Bild: SISTRIX hat vom 7. bis 14. Oktober 10,8 Millionen Suchergebnisse am Smartphone ausgewertet. Auch dort ist Google Shopping der häufigste Anbieter, vor Testberichte.de, und steht in 17,5 Prozent der Boxen an erster Stelle; in meinen Daten sind es 16,3 Prozent der Raster am Handy. Dass Google Shopping oben trotzdem nur 10 Prozent hat, liegt an der Zählweise: Es steht bei mir in 58 Prozent der Raster (bei SISTRIX in 79,7 Prozent der Boxen), meist aber nur mit wenigen Elementen, während die vielen Vergleichsportale den Rest füllen. SISTRIX zeigt, wer in der Box steht; hier geht es darum, was davon bei einem Shop ankommt.

Was Shop A sieht: Search Console gegen Merchant Center

In der Search Console ist der Fall eindeutig. Die Klicks auf Händlereinträge im EWR fallen bei Shop A um 63 Prozent; im Vorjahr waren es im selben Zeitraum −8 Prozent. Außerhalb des EWR steigen sie um 12 Prozent. Ganz weg sind die Händlereinträge im EWR nicht: Die Gruppe von Google Shopping bleibt im Raster, und je Land fällt der Wert bei Shop A zwischen rund 40 und 70 Prozent, am stärksten in Deutschland. Das Merchant Center erzählt eine andere Geschichte: Die Klicks der kostenlosen Produkteinträge im EWR sinken nur um 9 Prozent; im Vorjahr waren es −11 Prozent, damals noch in der älteren Zählung. Auch Anfang bis Mitte Oktober (5. bis 18.10. gegen 1. bis 14.09.) bleibt der Abstand: Search Console −60 Prozent (Vorjahr −5), Merchant Center −18 Prozent (Vorjahr −16).

Shop A, EWR: Händlereinträge in der Search Console gegen kostenlose Produkteinträge im Merchant Center Klicks · Index: 1. bis 14. September 2026 = 100 · 7-Tage-Mittel · 9. August bis 18. Oktober
1.–14.9. 050100150 Sep. Okt. 15. September 15.9. MC 79SC 37
Werte als Tabelle
ZeitraumSearch Console, HändlereinträgeMerchant Center, kostenlose Einträge
9.8.20269799
10.8.20269799
11.8.20269999
12.8.20269899
13.8.202610099
14.8.20269999
15.8.20269899
16.8.20269598
17.8.20269397
18.8.20269396
19.8.20269296
20.8.20269296
21.8.20269297
22.8.20269296
23.8.20269397
24.8.20269598
25.8.20269599
26.8.202697100
27.8.202697100
28.8.202698100
29.8.2026101102
30.8.2026104103
31.8.2026107105
1.9.2026109105
2.9.2026112107
3.9.2026113107
4.9.2026113106
5.9.2026114106
6.9.2026114105
7.9.2026113104
8.9.2026115105
9.9.2026109104
10.9.2026106104
11.9.2026103102
12.9.20269799
13.9.20269399
14.9.20268796
15.9.20267692
16.9.20266989
17.9.20266187
18.9.20265487
19.9.20264886
20.9.20263984
21.9.20263183
22.9.20262783
23.9.20262683
24.9.20262784
25.9.20262784
26.9.20262886
27.9.20262988
28.9.20263091
29.9.20263393
30.9.20263695
1.10.20263895
2.10.20263994
3.10.20264394
4.10.20264594
5.10.20264892
6.10.20264989
7.10.20264887
8.10.20264887
9.10.20264787
10.10.20264686
11.10.20264485
12.10.20264184
13.10.20264084
14.10.20263983
15.10.20263881
16.10.20263780
17.10.20263679
18.10.20263779

Search Console (Suchtyp Web) und Merchant Center desselben Shops (Shop A), Länder des EWR, mit Freigabe, anonymisiert. Merchant Center zählt in absoluten Zahlen ein Vielfaches der Search Console, deshalb beide als Index. Das 7-Tage-Mittel blickt eine Woche zurück: Es sinkt schon vor dem 15. September, weil die Tageswerte vom 9. bis 12. September niedriger lagen.

Der Unterschied liegt in dem, was die beiden Werkzeuge zählen. Die Darstellung „Händlereinträge“ gilt laut Googles Hilfe zur Search Console für die Websuche und Google Bilder; ich habe den Suchtyp Web ausgewertet, also nur die Websuche. Kostenlose Produkteinträge erscheinen laut Googles Hilfe zum Merchant Center auch im Shopping-Tab, in Google Bilder, Lens, YouTube und Maps. Das Merchant Center weist ihre organischen Klicks zusammen aus und trennt die Flächen nicht. Bei Shop A entsprachen die Klicks auf Händlereinträge in der Search Console vorher nur rund einem Fünftel der kostenlosen Klicks im Merchant Center. Das passt dazu, dass der Einbruch in der Search Console so viel größer aussieht. Eine Aufteilung nach Flächen ist das nicht: Beide Werkzeuge zählen verschieden und lassen sich nicht ineinander umrechnen.

Drei Balkenpaare für Shop A, Index vorher gleich 100: Händlereinträge in der Search Console nachher 37, minus 63 Prozent (Vorjahr minus 8); kostenlose Produkteinträge im Merchant Center nachher 91, minus 9 Prozent (Vorjahr minus 11); organische Klicks auf Produktseiten ohne Händlereinträge nachher 106,5, plus 6,5 Prozent (Vorjahr minus 15,6).
Die Search Console zeigt nur einen Ausschnitt: Shop A, Klicks im EWR Als PNG herunterladen · Hochformat
Händlereinträge in der Search Console: Shop A im EWR und außerhalb Klicks · Index: 1. bis 14. September 2026 = 100 · 7-Tage-Mittel
1.–14.9. 050100150 Sep. Okt. 15. September 15.9. A sonst 85A EWR 37
Werte als Tabelle
ZeitraumShop A, EWRShop A, außerhalb EWR
9.8.202697111
10.8.202697109
11.8.202699108
12.8.202698108
13.8.2026100114
14.8.202699116
15.8.202698119
16.8.202695122
17.8.202693124
18.8.202693122
19.8.202692123
20.8.202692123
21.8.202692124
22.8.202692121
23.8.202693122
24.8.202695120
25.8.202695121
26.8.202697119
27.8.202697117
28.8.202698114
29.8.2026101113
30.8.2026104112
31.8.2026107112
1.9.2026109109
2.9.2026112110
3.9.2026113108
4.9.2026113109
5.9.2026114108
6.9.2026114107
7.9.2026113105
8.9.2026115102
9.9.2026109100
10.9.2026106103
11.9.2026103101
12.9.20269799
13.9.20269397
14.9.20268796
15.9.20267697
16.9.20266997
17.9.20266195
18.9.20265494
19.9.20264896
20.9.20263996
21.9.20263197
22.9.20262795
23.9.20262694
24.9.20262797
25.9.202627101
26.9.202628101
27.9.202629107
28.9.202630110
29.9.202633116
30.9.202636120
1.10.202638120
2.10.202639119
3.10.202643121
4.10.202645117
5.10.202648116
6.10.202649114
7.10.202648109
8.10.202648105
9.10.202647101
10.10.20264698
11.10.20264494
12.10.20264190
13.10.20264086
14.10.20263986
15.10.20263885
16.10.20263785
17.10.20263684
18.10.20263785

Search Console, Suchtyp Web, Darstellung = Händlereinträge, Shop A, mit Freigabe, anonymisiert. Außerhalb des EWR ist der Herbstverlauf ohne Bruch zu sehen.

Was die organischen Produktseiten auffangen

Für Shop A habe ich zusätzlich die Klicks auf Produktseiten aus der Websuche im EWR ausgewertet. Händlereinträge waren vor dem 15. September rund 15 Prozent dieser Klicks. Die übrigen, organischen Klicks auf Produktseiten stiegen danach um 6,5 Prozent; im Vorjahr fielen sie im selben Zeitraum um 15,6 Prozent. Alle Klicks auf Produktseiten zusammen lagen bei −4,3 Prozent, im Vorjahr bei −15,0 Prozent. Rechnerisch glich der organische Zuwachs damit rund 57 Prozent des Rückgangs der Händlereinträge auf diesen Seiten aus. Gegenüber dem Vorjahresverlauf liegt Shop A bei allen Klicks auf Produktseiten 11 Prozentpunkte besser (−4,3 statt −15,0 Prozent) und bei allen Klicks aus der Websuche 9 Prozentpunkte besser (−3,5 statt −12,6 Prozent).

Anfang bis Mitte Oktober (5. bis 18.10. gegen 1. bis 14.09.) fielen die organischen Klicks auf Produktseiten mit −4,4 Prozent deutlich weniger als im Vorjahr (−23,6 Prozent), alle Klicks auf Produktseiten um 13,8 Prozent (Vorjahr −21,8). Der rechnerische Ausgleich durch einen Zuwachs gilt für den ersten Zeitraum. Über alle Seiten blieben die organischen Klicks ohne Händlereinträge im ersten Zeitraum auf Vorher-Niveau (+0,1 Prozent, Vorjahr −12,9). Ob dieselben Nutzer vom Händlereintrag zum normalen Suchergebnis gewechselt sind, lässt sich aus den Daten nicht trennen; die Nachfrage lag im September etwa auf Vorjahresniveau.

Shop A, Veränderung2026Vorjahrgegen Vorjahr
Organische Klicks auf Produktseiten+6,5 %−15,6 %+22 Pp
Alle Klicks auf Produktseiten−4,3 %−15,0 %+11 Pp
Alle Klicks aus der Websuche−3,5 %−12,6 %+9 Pp
Besuche über Vergleichsportale (Webanalyse, alle Länder und Medien)+13,3 %+4,8 %+9 Pp
Kostenlose Produkteinträge (Merchant Center)−9,2 %−10,6 %+1 Pp
Händlereinträge (Search Console, Suchtyp Web)−62,9 %−7,9 %−55 Pp

21. September bis 4. Oktober gegen 1. bis 14. September, Vorjahr dieselben Kalendertage 2025. Klicks im EWR, außer bei den Vergleichsportalen. Das Merchant Center zählt das Vorjahr noch in der älteren Zählung, beide Werte sind Veränderungen innerhalb desselben Jahres. Pp = Prozentpunkte. Produktseiten erkannt am Adressmuster; organisch heißt ohne die Darstellung „Händlereinträge“.

Was sich sonst bewegt hat, und was gleich blieb

  • Vergleichsportale: Besuche über Vergleichsportale bei Shop A in der Webanalyse +13 Prozent, im Vorjahr +5 Prozent (alle Länder und Medien zusammen). Ob das Klicks sind, die vorher über die Händlereinträge kamen, lässt sich daraus nicht trennen.
  • Nachfrage: Keyword-Planer September gegen August: Deutschland +22, Österreich +23, Schweiz +4, Großbritannien +6 Prozent; gegen September 2025: +2, +5, −3, +15 Prozent. Google Trends zeigt für 20 Begriffe in Deutschland und Großbritannien keine Delle.
  • Bing: Klicks von Shop A +1 Prozent, kein Bruch.
  • Shopping-Anzeigen: in den Anzeigendaten von Shop A kein Sprung am 15. September und kein Rückgang, der nur den EWR betrifft. Googles Beschreibung der neuen Einheiten erwähnt Shopping-Anzeigen nicht, darauf weist auch Kelkoo hin.

Meine Empfehlungen für Shops im EWR

Aus den Messungen leite ich fünf Punkte ab. Es sind meine Einschätzungen, gedacht für Shops im EWR allgemein.

  1. Search Console und Merchant Center zusammen lesen, je Land. Der Einbruch in der Search Console ist nicht dein Gesamtverlust.
  2. Produkt-Markup vollständig liefern: Preis, Verfügbarkeit, Varianten. Die Produkt-Snippets sind die Fläche auf der Websuche, die du über deine eigenen Seiten beeinflusst.
  3. Bei Vergleichsportalen gelistet sein. In Deutschland führen 90 Prozent der Produkt-Elemente im neuen Raster dorthin. Wer dort nicht vorkommt, ist im Raster nur noch über die Gruppe von Google Shopping sichtbar. Die Listung kostet bei den meisten Portalen Geld je Klick.
  4. Tracking-Parameter wie srsltid bei Weiterleitungen erhalten (automatische Kennzeichnung im Merchant Center) und prüfen, wie die Webanalyse Besuche aus kostenlosen Einträgen zuordnet. Sonst lässt sich der Kanal kaum getrennt messen.
  5. Shopping-Anzeigen getrennt bewerten. Bei Shop A gab es dort keinen Bruch am 15. September. Kelkoo erwartet, dass bezahlte Shopping-Anzeigen und Partnerschaften mit Vergleichsportalen im EWR wichtiger werden. Ob sich das für dich lohnt, ist eine Budgetfrage, keine SEO-Frage.

Grenzen

  • Ein Shop im Detail. Die Shop-Werte gelten für Shop A, nicht für den Markt. Die eigene Messung der Suchergebnisse ist dagegen breit (531 Suchen).
  • Auswahl der Suchen: 531 volumenstarke, markenfreie Produktsuchen aus zwölf Branchen, keine repräsentative Stichprobe aller Suchen; Großbritannien mit eigenen, englischen Begriffen.
  • Vorher-Basis: Mit einer anderen Basis bleibt das Bild ähnlich. Gegen den 18. bis 31. August liegt Shop A bei −63 Prozent (Search Console) und −10 Prozent (Merchant Center), gegen den 1. bis 8. September bei −68 und −14 Prozent.
  • Automatisierte Abrufe: Was ein automatischer Abruf ohne Anmeldung sieht, kann von dem abweichen, was ein Mensch sieht. Deshalb vier Messtage: 1.400 von 1.610 Kombinationen aus Suche, Land und Gerät (87 Prozent) zeigten jeden Tag denselben Befund dazu, ob ein Produktblock erscheint; am deutschen Desktop nur knapp die Hälfte.
  • Das Merchant Center trennt die Flächen nicht. Welcher Anteil der weiterlaufenden kostenlosen Klicks aus dem Shopping-Tab, aus Bildern oder anderswo kommt, lässt sich dort nicht ablesen. Der Anteil „rund ein Fünftel“ teilt zwei verschieden definierte Zähler. Google hat die Zählung im Merchant Center am 24. August 2026 geändert und die Werte ab 1. Juli neu berechnet (Merchant-Center-Hilfe); Vorher- und Nachher-Zeitraum liegen beide danach, die Vorjahreswerte stammen aus der alten Zählung. Bei Shop A zeigt die Umstellung zum 1. Juli keinen Sprung.
  • Produktseiten: erkannt am Adressmuster der Produktseiten von Shop A. Organische Klicks heißt hier: alle Klicks aus der Websuche auf diese Seiten ohne die Darstellung „Händlereinträge“.
  • Zeitraum: zwei Wochen vorher, zwei Wochen nachher, dazu der 5. bis 18. Oktober. Ob sich das Bild in den nächsten Monaten verschiebt, zeigt erst eine Wiederholung.
  • Datum des Wechsels: Aus Deutschland gibt es zwischen dem 6. und dem 25. September keine historischen Aufnahmen. Den 15. September stützen die Shop-Daten und wenige Aufnahmen aus Österreich.

Belegstärke auf einen Blick

AussageBelegstärke
Neues Raster in Deutschland: 90 % der Produkt-Elemente zu Vergleichsportalen, 10 % zu Google Shopping; Produktkarussell in der Schweiz und Großbritannienbelegt (vier Messtage, Oktober)
Bruch am 15. September, nur im EWRgestützt (Shop-Daten, wenige Aufnahmen)
Shop A: Search Console −63 %, Merchant Center −9 % (Vorjahr −11 %, ältere Zählung)belegt
Organische Klicks auf Produktseiten bei Shop A +6,5 % (Vorjahr −15,6 %), Anfang bis Mitte Oktober −4,4 % (Vorjahr −23,6 %)belegt
Shop A gegen den Vorjahresverlauf: Produktseiten +11 Pp, Websuche +9 Ppbelegt
Händlereinträge-Klicks in der Search Console entsprechen bei Shop A 19 % der kostenlosen Klicks im Merchant Center; keine Aufteilung nach Flächenberechnet (zwei Zähler)
Organischer Zuwachs auf Produktseiten glich bei Shop A rechnerisch rund 57 % des Rückgangs der Händlereinträge auf Produktseiten aus (21.09.–04.10.)berechnet
Ob dieselben Nutzer vom Händlereintrag zum organischen Ergebnis gewechselt sindoffen

Quellen

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Kurz beantwortet.

Sind die kostenlosen Produkteinträge im EWR weg?

Auf der Websuche in Deutschland weitgehend: Googles Ads Liaison hat die Entfernung im EWR bestätigt, und im neuen Raster führen 90 Prozent der Produkt-Elemente zu Vergleichsportalen, nur 10 Prozent zu Google Shopping. Im Merchant Center sieht es anders aus: Bei Shop A zählt es für die kostenlosen Einträge im EWR nur 9 Prozent weniger Klicks, im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 11 Prozent (ältere Zählung). Beide Werkzeuge zählen verschieden; die Search Console zeigt im Suchtyp Web nur die Websuche.

Warum zeigt meine Search Console einen viel größeren Einbruch als mein Merchant Center?

Im Suchtyp „Web“ zählt die Darstellung „Händlereinträge“ in der Search Console nur die Websuche. Kostenlose Produkteinträge erscheinen laut Googles Hilfe aber auch im Shopping-Tab, in Google Bilder, Lens und weiteren Flächen, und das Merchant Center weist ihre Klicks zusammen aus. Brachte die Websuche nur einen Teil deiner kostenlosen Klicks und verlieren die anderen Flächen weniger, fällt der Einbruch in der Search Console viel stärker aus als im Merchant Center. Bei Shop A waren es −63 gegen −9 Prozent; nach Flächen aufteilen lässt sich das nicht.

Hat Google das bestätigt?

Google hat am 8. September 2026 neue Einheiten für Vergleichsdienste und Anbieter im EWR dokumentiert (Search Engine Journal). Dass die kostenlosen Produkteinträge wegen des Digital Markets Act entfernt wurden, hat Googles Ads Liaison laut Search Engine Roundtable in einem Kommentar bestätigt. Zahlen zur Wirkung hat Google nicht veröffentlicht.

Warum nennst du den Shop nicht?

Die Shop-Daten stammen aus einem Shop, den ich betreue, und ich darf sie nur anonymisiert verwenden. Deshalb stehen hier nur Indizes, Anteile und Veränderungen. Die Messungen der Suchergebnisse sind meine eigenen und hier mit Methode und Grenzen beschrieben.

Hasan Kalkan

Über den Autor

Hasan Kalkan, SEO- und GEO-Spezialist und Informatiker (B.Sc.), seit 2012 im SEO. Ich werte Server-Logs, Search Console und Webanalyse großer Onlineshops aus und veröffentliche, was sich verallgemeinern lässt, mit Methode und Grenzen.

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