EverGrow SEO Solution Website-Check

Studie · SERP-API-Daten, Oktober 2026

SERP-API-Messung von 508 Google-Ergebnisseiten: 59 % der Treffer kommen als google.com/goto statt mit Ziel-Domain

Am 30. Oktober 2026 lieferte die SERP-API von DataForSEO in meinen Abfragen bei mehr als jedem zweiten organischen Google-Treffer nicht die Domain der Website, sondern „google.com“ und eine Weiterleitungsadresse von Google. Ich habe gemessen, wie oft, seit wann, in welchen Ländern und Ergebnisarten, und wie du die Domain trotzdem bekommst.

Hasan Kalkan Informatiker, SEO seit 2012 10 Min. Lesezeit

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Aktualisiert am · was sich geändert hat

Nachtrag zum Vergleich mit vier weiteren SERP-APIs (eigene Studie „SERP-API-Messung bei fünf Anbietern“), dazu Zeitleiste, Grenzen, Belegstärke und Empfehlungen angepasst.

58,7 %

organische Treffer als google.com/goto

2.552 von 4.344 in der Stichprobe vom 30.10.2026

99 %

der Ergebnisseiten betroffen

503 von 508, 8 Länder

0

verpackte Treffer vom 15. bis 21.10.

von 71.531 organischen Treffern, erneut abgerufen aus meinem Konto

189/189

breadcrumb-Host = Host der Weiterleitung

erster Location-Kopf, klein geschrieben, ohne www.; 200 zufällige verpackte Treffer

Eigene Abfragen über die SERP-API von DataForSEO (Google organisch), 15.–30.10.2026. Methode und Grenzen weiter unten.

Aufgefallen ist es mir in meinem eigenen Werkzeug: Am 30. Oktober um 16:34 Uhr UTC stand dort eine Website unter ihrem Markennamen „nicht unter den ersten 10“. In der Liste der anderen Treffer stand stattdessen „google.com“. Seit Google seine Ergebnis-Links über google.com/goto umleitet, muss jeder, der Ergebnisse per Schnittstelle abfragt, herausfinden, zu welcher Website ein Link führt. Unter den erneut abgerufenen Ergebnissen meines Kontos vom 15. bis 21. Oktober fand ich keine einzige goto-Adresse, am 30. Oktober bei mehr als der Hälfte der Treffer. Bei der nächsten Abfrage um 18:11 Uhr UTC, jetzt mit der Domain aus dem breadcrumb, stand dieselbe Website auf Platz 1. Das waren zwei getrennte Abfragen, kein kontrollierter Vergleich, aber es war der Anlass für diese Messung.

Beispiel aus meinen eigenen Daten: Bei der Suche nach „evergrow solution“ (Mobil, Deutschland, 30.10.2026) ist meine eigene Website in dieser API-Antwort der organische Treffer auf Platz 4:

{
  "type": "organic",
  "rank_group": 4,
  "domain": "google.com",
  "url": "https://google.com/goto?url=CAESVwHrOzAV…",
  "breadcrumb": "https://evergrowsolution.de",
  "website_name": "evergrowsolution.de"
}

Was bisher bekannt war (Zeitleiste)

WannWas
23.06.2026Alex Greenland dokumentiert Google-Ergebnis-Links über google.com/goto (frühester bei PPC Land genannter Beleg).
26.08.2026Google bestätigt den Einsatz gegenüber Barry Schwartz von Search Engine Roundtable (laut PPC Land).
27./28.08.2026DataForSEO: Bei 99,99 % der Ergebnisseiten keine unaufgelöste organische goto-Adresse mehr; im Nachtrag Ziel-URLs für alle betroffenen Elemente, seltene Ausnahmen möglich.
31.08.2026SISTRIX-Newsletter (Johannes Beus, laut PPC Land): Jeder verpackte Link wird einzeln aufgelöst, mit zusätzlichen Anfragen.
05.09.2026SerpApi meldet, seine Google Search API liefere wieder direkte Ziel-URLs (laut PPC Land).
15.–21.10.2026Meine erneut abgerufenen Abfragen über DataForSEO: kein organischer Treffer mit goto-Adresse unter 71.531.
22.–29.10.2026Erste Einzelfälle, am 29.10. mittags eine Stunde lang gehäuft.
30.10.202658,7 % der organischen Treffer in meiner Stichprobe als google.com/goto.
30.10.2026, 22:20 UTCEigene Gegenprobe: Alle 12 goto-Links einer frischen Ergebnisseite lieferten sofort und nach 60 Sekunden die Warteseite „Anfrage wird verifiziert“ (HTTP 200), nach 180 Sekunden alle 12 die normale Weiterleitung (302).
31.10.2026, 01:25 UTCAntwort des DataForSEO-Supports auf meine Anfrage: Google begrenzt das Auflösen der goto-Links je Ergebnisseite (Details unten).
31.10.2026, 07:08 UTCEigene Nachmessung nach der Antwort: Standard-Warteschlange weiter 61,0 % goto, live 67,7 %.
31.10.2026, 12:24–13:28 UTCVergleich von fünf SERP-APIs in acht Ländern: 54,8 % bis 84,7 % der organischen Treffer ohne echte Adresse, bei keinem Anbieter vollständig (eigene Studie).
31.10.2026, 12:41 UTCZweite Antwort des DataForSEO-Supports: Verweis auf den Umwandler, man arbeite noch daran.

Was DataForSEO dazu sagt

Ich habe DataForSEO die Messung am 30. Oktober mit Aufgaben-IDs geschickt. Der Support hat am 31. Oktober um 01:25 Uhr UTC geantwortet. Das Problem ist dort bekannt. Die Kernaussagen, sinngemäß übersetzt:

  • Ursache bei Google: Google hat eine Grenze eingeführt, wie viele goto-Links einer Ergebnisseite sich in kurzer Zeit auflösen lassen. Jeder Link trägt eine Kennung seiner Ergebnisseite. Statt der Weiterleitung kommt dann eine Zwischenseite mit einer Schaltfläche „Continue“, die erst nach einer Wartezeit aktiv wird. Bei einer Seite mit 18 goto-Links lösen sich laut DataForSEO die ersten 5 bis 6 sofort auf, beim 7. kommt 1 Sekunde dazu, beim 8. 3 Sekunden, beim 15. bis zu 40 Sekunden, in Einzelfällen bis zu 120 Sekunden je Link.
  • Nicht zu umgehen: Die Grenze gilt je Ergebnisseite, nicht je IP-Adresse oder Suchanfrage. Eine andere IP, eine andere Suchanfrage oder Warten vor dem Auflösen hilft laut DataForSEO nicht, auch nicht eine Stunde oder länger.
  • Folgen für die SERP-API: In der Standard-Warteschlange löse DataForSEO jetzt alle goto-Links auf, die Aufgaben dauerten dafür länger. Über High Priority und live würden wegen der Zeitgrenzen etwa 50 % aufgelöst.
  • Empfehlung: Standard-Warteschlange nutzen oder den kostenlosen Endpunkt appendix/goto_url_converter, der bis zu 100 goto-Adressen je Anfrage in die Ziel-URL umwandelt, auch für früher gesammelte Daten. Für alle Links einer Ergebnisseite könne das 40 bis 60 Sekunden dauern.

Meine Gegenprobe vom 30. Oktober passt zu dieser Erklärung: Bei mir kam die Warteseite schon ab dem ersten Link. Vermutlich hatte das Auflösen bei DataForSEO die Grenze dieser Ergebnisseiten da bereits ausgeschöpft. Ich habe beide Empfehlungen am 31. Oktober selbst nachgeprüft:

Nachprüfung 31.10.2026Ergebnis
Umwandler goto_url_converter: 100 zufällige goto-Adressen aus der Stichprobe vom 30. OktoberStatus „Ok.“, 3,1 Sekunden, Kontostand unverändert. In 95 von 95 Fällen mit Domain im breadcrumb hatte die Ziel-URL dieselbe Domain. Die übrigen 5 (YouTube, Facebook, Reddit) bekamen die volle Plattform-Adresse.
Umwandler mit frischen Links: 3 Live-Abfragen (Deutschland, Desktop), goto-Adressen direkt danach umgewandelt19 von 19 aufgelöst, alle 19 Domains wie im breadcrumb. 31 bis 41 Sekunden je Ergebnisseite, kostenlos. Damit greift der Umwandler auch dort, wo die Drosselung zuschlägt.
Standard-Warteschlange, 07:07:55 Uhr UTC: 30 lokale Begriffe Deutschland und 30 Begriffe USA, Desktop, Tiefe 10 (dieselben Begriffe wie am 30. Oktober)Alle 60 Aufgaben nach rund 15 Sekunden fertig. 331 von 543 organischen Treffern (61,0 %) weiter als google.com/goto (Deutschland 56,7 %, USA 65,9 %), auf allen 60 Ergebnisseiten.
live/regular, 10 lokale Begriffe Deutschland, Desktop67 von 99 organischen Treffern (67,7 %) als google.com/goto.

Die angekündigte Auflösung in der Standard-Warteschlange war in meinen Abfragen am Morgen des 31. Oktober also noch nicht zu sehen. Ich habe DataForSEO die Nachmessung geschickt und nachgefragt, ob die neue Verarbeitung schon für alle Konten aktiv ist. Bis dahin ist der Umwandler der verlässliche Weg zur vollständigen Ziel-URL.

Nachtrag: Andere SERP-APIs sind genauso betroffen

Betrifft das nur DataForSEO? Am 31. Oktober habe ich dieselben Suchbegriffe zeitgleich bei fünf SERP-APIs abgefragt: DataForSEO, SerpApi, Bright Data, Serper und Oxylabs, je bis 170 Ergebnisseiten in acht Ländern. Bei keinem Anbieter kamen alle Treffer mit echter Adresse, je nach Anbieter fehlte sie bei 54,8 bis 84,7 Prozent. Jeder Anbieter geht anders damit um, die Domain bleibt aber fast immer lesbar. Alle Zahlen, das Muster je Platz und die Feldnamen je Anbieter stehen in der eigenen Studie SERP-API-Messung bei fünf Anbietern.

Balkendiagramm, Anteil organischer Google-Treffer ohne echte Adresse am 31.10.2026 in acht Ländern: SerpApi 84,7 Prozent, Bright Data 73,1, Oxylabs 69,4, DataForSEO 59,9, Serper 54,8. Kein Anbieter liefert alle Adressen.
Gleiche Anfragen, gleiche Zeit: Anteil organischer Google-Treffer ohne echte Adresse je SERP-API Als PNG herunterladen · Hochformat

Methode und Grenzen

  • Stichprobe 30. Oktober: 510 Suchanfragen zwischen 18:36 und 18:38 Uhr UTC über die Standard-Warteschlange der SERP-API von DataForSEO (Google organisch, angeforderte Tiefe 10, alle Elemente über task_get/advanced). Deutschland: nach Ausschluss 149 ausgewertete Begriffe aus fünf Sucharten (lokale Dienstleister, Kaufbegriffe, Informationsfragen, Marken, B2B), je Desktop und Mobil. Dazu je 30 Begriffe am Desktop in den USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden und Polen. Ein Markenbegriff ist aus allen Zahlen dieser Studie ausgenommen, ausgewertet sind 508 der 510 angeforderten Ergebnisseiten. Gezählt habe ich alle zurückgegebenen organischen Treffer (darunter 7 auf Platz 11; nur Platz 1 bis 10: 2.547 von 4.337, ebenfalls 58,7 %).
  • Gezählt: organische Treffer, deren Adresse mit google.com/goto?url= beginnt. Bei allen 2.552 stand im Feld domain „google.com“. Dazu alle anderen Link-Felder der Antwort, zum Beispiel Produktkarten oder Quellen der KI-Übersicht (gezählt als Vorkommen, nicht als eindeutige Links).
  • Zeitverlauf: alle 9.302 Google-organic-Abfragen meines Kontos vom 15. bis 29. Oktober, die ursprünglich erfolgreich waren (Liste über id_list), erneut abzurufen versucht. 8.962 kamen mit Status „Ok.“ (20000) zurück, 340 ließen sich nicht erfolgreich erneut abrufen (meist Fehler 40101, am 29. Oktober 154 von 807). Ausgewertet sind 8.948 nach Ausschluss eines Begriffs. Die Abfragen stammen aus verschiedenen eigenen Messungen mit unterschiedlichen Begriffen, Ländern und Tiefen. Der Kontostand war vor und nach dem erneuten Abruf gleich.
  • Weitere Proben: am 30. Oktober um 17:37 Uhr UTC 11 Begriffe über live/regular, live/advanced (je Desktop und Mobil) und die Warteschlange, um 18:13 Uhr UTC je 6 Begriffe in fünf Ländern.
  • Gegenprobe: 200 zufällig gezogene verpackte Treffer. Je eine Anfrage an die goto-Adresse auf www.google.com, ohne der Weiterleitung zu folgen. Verglichen habe ich den Host im ersten Location-Kopf mit der Domain im breadcrumb (klein geschrieben, ohne www.). Die Zielseiten selbst habe ich nicht aufgerufen.
  • Grenzen: Die Hauptmessung betrifft einen Anbieter, DataForSEO. Vier weitere SERP-APIs habe ich am 31. Oktober in einem eigenen Vergleich gemessen (SERP-API-Messung bei fünf Anbietern), Rank-Tracker selbst nicht. Die Begriffe sind von Hand gewählt, die 58,7 % gelten für diesen Mix und sind kein Wert für alle Google-Suchen. Treffer derselben Ergebnisseite hängen zusammen, deshalb nenne ich keine Konfidenzintervalle. Die Ursache selbst zeigen meine Daten nicht. DataForSEO nennt eine Begrenzung durch Google beim Auflösen je Ergebnisseite. Das passt zu meiner eigenen Gegenprobe (siehe Zeitleiste), in die Verarbeitung bei DataForSEO kann ich aber nicht hineinsehen. Die Nachmessung vom 31. Oktober umfasst 70 Ergebnisseiten und zeigt nur den Stand zu diesem Zeitpunkt.

Ergebnis 1: Mehr als jeder zweite Treffer, in allen acht Ländern

2.552 von 4.344 organischen Treffern kamen als google.com/goto, das sind 58,7 Prozent. 503 von 508 Ergebnisseiten hatten mindestens einen solchen Treffer.

Organische Treffer als google.com/goto, nach Land 30.10.2026, Desktop; Deutschland Desktop und Mobil
  • Land
  • USA 64,9 % (163 von 251)
  • Großbritannien 61,6 % (162 von 263)
  • Deutschland 59,5 % (1.492 von 2.506)
  • Frankreich 58,4 % (153 von 262)
  • Italien 56,3 % (152 von 270)
  • Spanien 55,3 % (146 von 264)
  • Polen 54,7 % (141 von 258)
  • Niederlande 53,0 % (143 von 270)

Länder mit unterschiedlichen Begriffen und Sprachen, kein Ländervergleich im engeren Sinn.

Die kleineren Proben davor zeigen dasselbe Bild: Österreich 51 und Schweiz 55 Prozent (je 6 Begriffe), über live/regular, live/advanced und Warteschlange 49 bis 66 Prozent (11 Begriffe).

Ergebnis 2: Bis zum 21. Oktober kein Fall, am 30. fast überall

Zeitraum (UTC)Ergebnisseitenorganische Trefferdavon google.com/goto
15.–21.10.4.56871.5310
22.–28.10.3.72763.78299 (0,16 %, auf 8 Seiten)
29.10.65312.241355 (2,9 %, auf 27 Seiten)
30.10., 18:36–18:385084.3442.552 (58,7 %, auf 503 Seiten)

15.–29.10. = erfolgreich erneut abgerufene Google-organic-Abfragen meines Kontos (9.302 versucht, 8.962 mit „Ok.“, davon 8.948 ausgewertet nach Ausschluss eines Begriffs); 30.10. = Stichprobe. Unterschiedliche Begriffe, Länder und Tiefen je Tag.

Am 29. Oktober lagen alle 27 betroffenen Ergebnisseiten zwischen 12:19 und 13:20 Uhr UTC, von 582 Ergebnisseiten in diesem Zeitraum. Auf den betroffenen Seiten waren knapp drei Viertel der Treffer verpackt (355 von 493). Davor (62 Seiten ab 9:56 Uhr) und danach (9 Seiten bis 21:32 Uhr) fand ich keinen Fall. An diesem Tag ließen sich allerdings 154 von 807 Abfragen nicht erfolgreich erneut abrufen. Am 30. Oktober zeigte mein Werkzeug schon um 10:39 Uhr UTC „google.com“ unter den Treffern einer Markensuche, und in allen meinen Proben ab 17:37 Uhr UTC hatte fast jede Ergebnisseite verpackte Treffer. Der genaue Beginn und ob es dazwischen Pausen gab, lässt sich mit diesen Daten nicht bestimmen.

Ergebnis 3: Alle Geräte, Plätze und Sucharten betroffen, mit Unterschieden

  • Gerät: Desktop 55,7 %, Mobil 63,7 % (Deutschland, 149 gleiche Begriffe). Bei 145 von 149 Begriffen waren beide Geräte betroffen.
  • Platz: Auf Platz 1 bis 10 liegt der Anteil zwischen 55 und 61 Prozent, ohne klaren Verlauf. Auch der erste Treffer ist betroffen (290 von 508).
  • Suchart (Deutschland): Kaufbegriffe 72,0 % (80 Seiten), lokale Dienstleister 65,6 % (60), Marken 54,0 % (38), B2B 52,0 % (40), Informationsfragen 48,5 % (80).

Ergebnis 4: Auch Produktkarten und Vergleichsseiten

Link-Felder mit google.com/goto-Adresse je Element Alle 508 Ergebnisseiten, gezählte Vorkommen
  • Element
  • Vergleichsseiten 79 % (442 von 562)
  • Produktkarten 75 % (1.896 von 2.522)
  • Top-Stories 64 % (54 von 84)
  • organische Treffer 58,7 % (2.552 von 4.344)
  • Kurzvideos 57 % (96 von 167)
  • Unterlinks (Sitelinks) 22 % (265 von 1.213)
  • Bilder 20 % (223 von 1.135)
  • Videos 18 % (56 von 315)
  • Local Pack 9 % (57 von 627)
  • Quellen der KI-Übersicht 0 % (0 von 4.471)

Unter den 4.471 Quellen-Einträgen der KI-Übersicht war keine goto-Adresse. 553 davon zeigten allerdings auf andere Google-Seiten, etwa www.google.com/search. Wer KI-Übersichten auswertet, hat dieses Problem in meiner Messung nicht, sollte Google-Adressen aber trotzdem gesondert behandeln.

Ergebnis 5: Keine feste Sperre je Domain

Von 76 Domains, die mindestens fünfmal vorkamen, standen 67 mal mit, mal ohne goto-Adresse in den Ergebnissen, zum Beispiel amazon.de (32 von 44 verpackt), otto.de (30 von 48), idealo.de (29 von 45) und de.wikipedia.org (15 von 20). Eine feste Zuordnung je Domain ist das nicht. Ob Unterseite, Ergebnisart oder Gerät mitspielen, zeigen die Daten nicht. Sie geben aber keinen Anlass, an der eigenen Website etwas zu ändern. (Grenze: 131 verpackte Treffer ohne lesbare Domain fehlen in dieser Zählung.)

Gegenprobe: Der breadcrumb stimmt

Bei 2.421 der 2.552 verpackten Treffer (94,9 %) stand vorne im breadcrumb eine Domain, darunter auch Domains mit Umlauten. Bei den übrigen 131 (5,1 %) stand dort keine. Ich habe 200 zufällig gezogene verpackte Treffer aus allen Ländern nachgeprüft: Alle 200 Anfragen an die goto-Adresse auf www.google.com beantwortete Google mit einer Weiterleitung (302). In 189 von 189 Fällen mit Domain im breadcrumb zeigte der erste Location-Kopf auf genau diese Domain. Die übrigen 11 waren Treffer auf YouTube, Facebook, Reddit und Instagram. Dort standen im breadcrumb Aufrufe, Follower, Kommentare oder eine Zeitangabe, im Feld website_name der Name der Plattform, oft mit dem Namen des Kanals oder Profils, und die Weiterleitung führte auf die Plattform.

Die Kette sieht so aus (5 Fälle mit Kopfzeilen gespeichert): google.com/goto leitet mit 301 auf www.google.com/goto, von dort mit 302 auf die Website. 60 zufällige Aufgaben der Stichprobe habe ich rund eine Stunde später erneut bei DataForSEO abgerufen: In allen 60 standen dieselben 288 goto-Adressen auf denselben Plätzen.

Was es nicht ist

  • Nicht einfach Googles Einführung der goto-Adressen. Das Format gibt es seit Juni, bestätigt seit dem 26. August. In meinen erneut abgerufenen Daten tauchte es trotzdem bis zum 21. Oktober nicht auf. Ob Google es da noch nicht auslieferte oder ob es aufgelöst wurde, kann ich nicht unterscheiden. DataForSEO beschreibt in seiner Antwort vom 31. Oktober eine neue Begrenzung durch Google beim Auflösen, das würde die Häufung erklären.
  • Kein Ranking-Verlust an sich. Rang, Titel und Beschreibung stehen weiter in der Antwort. Ein goto-Treffer bedeutet nur, dass die Adresse fehlt, nicht, dass die Seite schlechter steht.
  • Kein Statusfehler der API. Die Antworten kommen mit Status 20000 („Ok.“). In meinem Fehler-Dashboard bei DataForSEO (23.–30.10.) tauchen sie nicht auf. Deshalb fällt es so leicht nicht auf.
  • Nicht die „vergifteten“ Suchergebnisse. Seit dem 13. September liefert Google Abfrage-Werkzeugen laut Nozzle teils andere Treffer als üblich, oft Foren und soziale Netzwerke statt der gewohnten Websites (22,6 % von 29,9 Millionen Ergebnisseiten, Stand 21. Oktober, Nozzle). Hier geht es um etwas anderes: Die Treffer sind da, nur das Adressfeld zeigt auf Google. Ob einzelne meiner Ergebnisseiten zusätzlich „vergiftet“ waren, habe ich nicht geprüft.
  • Nicht die Abschaltung von num=100. Google hat den Parameter für 100 Ergebnisse je Seite am 14. September 2025 abgeschaltet (laut PPC Land). Das betraf die Zahl der Treffer je Abruf, nicht das Adressfeld. Untersucht habe ich diese Änderung hier nicht.
  • In der Keyword-Datenbank nur in Spuren, soweit geprüft. In DataForSEO Labs lagen für drei geprüfte Domains die Rankings, die über den breadcrumb unter google.com zu finden waren, bei 0,03 % (linguee.de, 183 von rund 527.000), 0,01 % (chip.de) und 0,03 % (otto.de). Die ganze Datenbank habe ich nicht geprüft.
  • Kein Beleg für sinkende Search-Console-Werte. Die Search Console zählt Impressionen und Klicks bei Google selbst. Ein fehlender Treffer in SERP-API-Daten heißt nicht, dass dort etwas fehlt.

Belegstärke

AussageBelegstärke
58,7 % der organischen Treffer kamen am 30.10. als google.com/goto mit Domain „google.com“, in allen 8 Ländern, auf beiden Geräten, auf allen Plätzenbelegt (für diese Stichprobe)
15.–21.10. kein Fall unter 71.531 Treffern, 22.–28.10. vereinzelt, 29.10. 12:19–13:20 UTC gehäuftbelegt für die erfolgreich erneut abgerufenen Abfragen meines Kontos (340 von 9.302 ließen sich nicht erfolgreich abrufen)
breadcrumb-Domain = Host im ersten Location-Kopf der Weiterleitungbelegt (189 von 189)
Bei 5,1 % steht keine Domain im breadcrumb (Plattformen)belegt
Ursache: Google begrenzt das Auflösen der goto-Links je ErgebnisseiteAussage von DataForSEO, passt zu meiner Gegenprobe, von außen nicht vollständig prüfbar
Umwandler goto_url_converter liefert die richtige Ziel-URLbelegt für 100 alte und 19 frische Adressen (95 von 95 und 19 von 19 Domains wie im breadcrumb)
Standard-Warteschlange löst jetzt alle goto-Links aufam 31.10., 07:08 UTC nicht bestätigt (61,0 % goto auf 60 Seiten)
Kein Anbieter liefert alle Adressen (SerpApi, Bright Data, Serper, Oxylabs, DataForSEO, 31.10.)belegt für diesen Vergleich (bis 170 Ergebnisseiten je Anbieter in 8 Ländern, Momentaufnahme)
Rank-Trackernicht gemessen

Was heißt das für dich?

  1. Prüfe deine Rohdaten. Suche ab dem 22. Oktober nach organischen Treffern, deren Adresse auf google.com/goto zeigt, auch als relativer Pfad /goto?url= oder mit Länder-Domain wie google.de/goto. Schon einzelne Fälle können ein Ranking verfälschen.
  2. Nimm die Domain aus dem breadcrumb. Ist die Adresse eine goto-Adresse, steht die Domain meist vorne im Feld breadcrumb („https://example.com › Kategorie“), auch mit Umlauten. Bei Treffern auf YouTube, Facebook, Reddit oder Instagram steht dort oft keine Domain, den Plattformnamen findest du dann im Feld website_name. Die vollständige Ziel-URL steht nicht im breadcrumb.
  3. Hol die Ziel-URL über den Umwandler, wenn du sie brauchst. Nutzt du DataForSEO, wandelt der kostenlose Endpunkt appendix/goto_url_converter bis zu 100 goto-Adressen je Anfrage um, auch alte Daten. In meinen Tests stimmten alle 95 Domains alter und alle 19 Domains frischer Links, bei frischen Links mit 31 bis 41 Sekunden je Ergebnisseite. Selbst auflösen ist mühsamer: Frische goto-Links führten in meiner Gegenprobe vom 30. Oktober zuerst auf eine Warteseite, erst nach rund drei Minuten lösten sich alle Links einer Ergebnisseite auf.
  4. Markiere den Zeitraum in Berichten. Rankings und Sichtbarkeitswerte, die über eine SERP-API per Domain abgeglichen wurden, können ab dem 22. Oktober und vor allem ab dem 30. Oktober zu niedrig sein. Bevor du einen Einbruch meldest: denselben Suchbegriff, dieselbe Seite, dasselbe Land und Gerät in der Search Console ansehen.
  5. Ein Wechsel des Anbieters löst es nicht. Auch beim besten Anbieter im Vergleich kam gut die Hälfte der Treffer ohne echte Adresse. Lies die Domain aus dem angezeigten Link (Feldnamen je Anbieter in der Vergleichsstudie) und hol die volle Adresse bei Bedarf über einen Umwandler.
  6. Frag deinen Anbieter. Wenn dein Rank-Tracker auf einer SERP-API aufbaut, frag nach, ob er goto-Adressen auflöst und seit wann.

Quellen

War diese Seite hilfreich?

Kurz beantwortet.

Ranke ich schlechter, wenn mein Treffer als google.com/goto kommt?

Nicht deswegen. Rang, Titel und Beschreibung stehen weiter in der Antwort. Schlechter sieht es nur in Werkzeugen aus, die den Treffer über die Domain zuordnen und kein Ersatzfeld nutzen.

Kann ich auf meiner Website etwas dagegen tun?

In meinen Daten gibt es keinen Hinweis darauf. Dieselben Domains kamen mal verpackt, mal direkt, eine feste Zuordnung je Domain ist es nicht.

Woran erkenne ich, ob mein Rank-Tracker betroffen ist?

Am sichersten an der Rohantwort: Treffer mit Domain „google.com“ und einer Adresse mit google.com/goto. Ohne Rohdaten: Fällt ein Ranking im Tool ab dem 30. Oktober plötzlich weg, sieh dir denselben Suchbegriff und dieselbe Seite in der Search Console an, bevor du von einem Verlust ausgehst.

Warum steht da nicht einfach die richtige Adresse?

Google leitet Klicks auf Ergebnisse seit dem Sommer über eigene Adressen um. Die Ziel-Adresse bekommt man nur, indem man der Weiterleitung folgt. Laut DataForSEO begrenzt Google das inzwischen je Ergebnisseite, deshalb bleibt ein Teil der Links unaufgelöst. Bei DataForSEO hilft der kostenlose Endpunkt goto_url_converter.

Betrifft das auch die Quellen in Googles KI-Übersicht?

In meiner Messung nicht: Unter 4.471 Quellen-Einträgen war keine goto-Adresse.

Hasan Kalkan

Über den Autor

Hasan Kalkan, SEO- und GEO-Spezialist und Informatiker (B.Sc.), seit 2012 im SEO. Ich werte Server-Logs, Search Console und Webanalyse großer Onlineshops aus und veröffentliche, was sich verallgemeinern lässt, mit Methode und Grenzen.

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